Frau um die 50 liest aufmerksam Notizen an einem hellen Schreibtisch, Symbolbild für den Faktencheck der Wechseljahressymptome

34 Symptome der Wechseljahre: welche wirklich dazugehören

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    Frauengesundheit · Wechseljahre

    34 Symptome der Wechseljahre: welche wirklich dazugehören

    ✍️ Soheil Daneshvar · Aktualisiert 2026 · ⏱️ 20 Min. Lesezeit

    Wichtig vorweg

    Dieser Artikel erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine ärztliche Beratung. Viele der hier besprochenen Symptome können andere, teils behandlungsbedürftige Ursachen haben. Herzrasen, Brustschmerzen, anhaltende Niedergeschlagenheit, Blutungen nach 12 blutungsfreien Monaten und neu auftretender Schwindel gehören immer ärztlich abgeklärt, unabhängig vom Alter.

    Die bekannte Liste mit 34 Symptomen der Wechseljahre stammt aus keiner medizinischen Leitlinie. Sie fasst Beschwerden zusammen, die in dieser Lebensphase berichtet werden, ohne zu unterscheiden, wie gut der Zusammenhang mit den Hormonen belegt ist. Deutlich mit den Wechseljahren verbunden sind vor allem Zyklusveränderungen, Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Trockenheit der Schleimhäute und Schlafstörungen. Eine zweite Gruppe wird häufig berichtet und ist plausibel, etwa Stimmungsschwankungen, Gelenkbeschwerden oder Konzentrationsprobleme. Eine dritte Gruppe ist so unspezifisch, dass andere Ursachen meist näher liegen, darunter Verdauungsprobleme, Allergien oder veränderter Körpergeruch. Weil gerade die häufigsten Beschwerden auch bei Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel oder einer depressiven Episode auftreten, gehört vor jeder Selbstzuschreibung eine Basisabklärung.

    Wer nach den Symptomen der Wechseljahre sucht, landet schnell bei einer Liste mit genau 34 Punkten. Sie wird in Foren geteilt, in Ratgebern zitiert und auf Produktseiten als Einstieg verwendet. Und fast jede Frau zwischen 40 und 55 findet sich darin wieder, mit 5, 10 oder mehr Punkten.

    Genau darin liegt das Problem. Eine Liste, auf die fast alle zutreffen, sagt wenig darüber, was tatsächlich hinter den eigenen Beschwerden steckt.

    Dieser Faktencheck geht alle 34 Punkte einzeln durch. Zu jedem Symptom steht, wie gut der Zusammenhang mit den Wechseljahren belegt ist, was es außerdem sein kann und wann es abgeklärt gehört. Einen kompakten Überblick nach Körperbereichen findest du im Beitrag zu den Wechseljahren.

    Woher die Liste mit 34 Symptomen stammt

    Die Liste hat sich vor allem über englischsprachige Ratgeberseiten verbreitet und wurde später ins Deutsche übernommen. Ihre genaue Herkunft ist unklar. Sie ist keine medizinische Klassifikation und wird in gynäkologischen Leitlinien so nicht verwendet.

    Das bedeutet nicht, dass die Liste falsch ist. Jeder der 34 Punkte wird von Frauen in dieser Lebensphase berichtet. Die Liste unterscheidet aber nicht zwischen Beschwerden, die eindeutig hormonell bedingt sind, und solchen, die zufällig in dasselbe Alter fallen.

    Was medizinische Fragebögen stattdessen erfassen

    In Forschung und Praxis werden standardisierte Fragebögen verwendet, um Wechseljahresbeschwerden zu erfassen. Ein im deutschsprachigen Raum verbreitetes Beispiel ist die Menopause Rating Scale, die 11 Beschwerden in 3 Bereichen abfragt: körperliche, psychische und urogenitale Beschwerden.

    Der Unterschied zur 34er-Liste liegt im Zweck. Solche Fragebögen messen die Stärke von Beschwerden bei Frauen, bei denen die Wechseljahre als Ursache bereits feststehen. Um festzustellen, ob Beschwerden überhaupt von den Wechseljahren kommen, wurden sie nicht entwickelt.

    Warum sich die 34er-Liste trotzdem hält

    Sie ist eingängig, sie gibt vielen Frauen das Gefühl, mit ihren Beschwerden ernst genommen zu werden, und sie eignet sich gut als Einstieg für Produktwerbung. Wer 10 Punkte auf einer Liste abhakt, ist empfänglicher für ein Präparat, das Linderung verspricht.

    Das Gefühl, ernst genommen zu werden, ist berechtigt. Wechseljahresbeschwerden werden in der Praxis tatsächlich oft unterschätzt. Die Schlussfolgerung, alles auf der Liste sei hormonell, trägt aber nicht, und sie kann dazu führen, dass Behandelbares übersehen wird.

    So ordnen wir jedes Symptom ein

    Jedes der 34 Symptome bekommt in diesem Artikel eine von 3 Einstufungen. Maßstab ist, wie gut der Zusammenhang mit dem hormonellen Übergang belegt ist, und wie häufig andere Ursachen dahinterstecken.

    Deutlich verbunden

    Klarer hormoneller Zusammenhang

    Gut untersucht, mechanistisch erklärbar und in dieser Lebensphase deutlich häufiger als davor. Die Wechseljahre sind hier die wahrscheinlichste Erklärung, wenn Alter und Zyklus passen.

    Plausibel

    Häufig berichtet, mit Einschränkungen

    Ein Zusammenhang ist plausibel und wird beschrieben, gleichzeitig kommen andere Ursachen häufig vor. Eine Abklärung ist sinnvoll, bevor alles den Hormonen zugeschrieben wird.

    Unspezifisch

    Andere Ursachen liegen näher

    Der Zusammenhang ist schwach oder kaum untersucht. Das Symptom tritt in allen Altersgruppen auf, und andere Erklärungen sind meist wahrscheinlicher.

    Diese Einstufung ist eine Orientierung und keine Diagnose. Sie hilft dabei, einzuschätzen, wie viel Gewicht ein einzelnes Symptom für die Frage hat, ob die Wechseljahre dahinterstecken. Im Einzelfall kann die Situation deutlich von der allgemeinen Einordnung abweichen.

    Der wichtigste Satz dieses Artikels

    Auch ein Symptom aus der Gruppe „deutlich verbunden" kann im Einzelfall eine andere Ursache haben, und ein Symptom aus der Gruppe „unspezifisch" kann trotzdem hormonell sein. Die Einstufung sagt, was wahrscheinlich ist. Was im eigenen Fall zutrifft, klärt die Kombination aus Alter, Zyklusverlauf und einer einfachen Basisuntersuchung.

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    Alle 34 Symptome auf einen Blick

    Von den 34 Punkten sind 7 deutlich mit den Wechseljahren verbunden, 17 plausibel und 10 unspezifisch. Die ausführliche Einordnung jedes einzelnen Symptoms folgt in den nächsten Abschnitten, sortiert nach Körperbereichen.

    Nr. Symptom Einstufung Häufigste andere Ursachen
    1 Hitzewallungen Deutlich Schilddrüsenüberfunktion, Medikamente
    2 Nächtliches Schwitzen Deutlich Infekte, Schilddrüse, Medikamente
    3 Unregelmäßige Blutungen Deutlich Myome, Polypen, Schilddrüse
    4 Scheidentrockenheit Deutlich Stillzeit, bestimmte Medikamente
    5 Schlafstörungen Deutlich Stress, Schlafapnoe, depressive Episode
    6 Nachlassende Lust Plausibel Partnerschaft, Stress, Medikamente
    7 Stimmungsschwankungen Plausibel Belastung, Schlafmangel
    8 Reizbarkeit Plausibel Schlafmangel, Überlastung
    9 Niedergeschlagenheit Plausibel Depressive Episode, Schilddrüse
    10 Ängstlichkeit Plausibel Angststörung, Schilddrüsenüberfunktion
    11 Panikattacken Unspezifisch Angststörung, Herzrhythmus, Schilddrüse
    12 Müdigkeit Plausibel Eisenmangel, Schilddrüse, Schlafapnoe
    13 Konzentrationsprobleme Plausibel Schlafmangel, depressive Episode
    14 Vergesslichkeit Plausibel Schlafmangel, B12-Mangel
    15 Gelenkschmerzen Plausibel Arthrose, entzündliches Rheuma
    16 Muskelverspannungen Plausibel Bewegungsmangel, Stress
    17 Gewichtszunahme Plausibel Muskelabbau, Schilddrüse, Medikamente
    18 Knochenabbau Deutlich Vitamin-D-Mangel, Kortison
    19 Kopfschmerzen Plausibel Verspannung, Blutdruck, Migräne
    20 Haarausfall Plausibel Eisenmangel, Schilddrüse
    21 Brüchige Nägel Unspezifisch Eisenmangel, häufiger Wasserkontakt
    22 Juckende, trockene Haut Plausibel Ekzem, Schilddrüse, Heizungsluft
    23 Harninkontinenz Deutlich Beckenbodenschwäche nach Geburten
    24 Brustspannen Plausibel Zyklus, Zysten, Medikamente
    25 Herzklopfen Plausibel Herzrhythmusstörung, Schilddrüse
    26 Schwindel Unspezifisch Blutdruck, Innenohr, Blutarmut
    27 Kribbeln in Händen und Füßen Unspezifisch B12-Mangel, Nervenengpass, Diabetes
    28 Stromschlag-Gefühle Unspezifisch Nervenreizung, Medikamentenabsetzen
    29 Mundbrennen Plausibel Mundtrockenheit, Nährstoffmangel
    30 Zahnfleischprobleme Unspezifisch Zahnfleischentzündung, Mundhygiene
    31 Verdauungsprobleme Unspezifisch Ernährung, Reizdarm, Stress
    32 Blähbauch Unspezifisch Ernährung, Reizdarm
    33 Allergien Unspezifisch Allergische Grunderkrankung
    34 Veränderter Körpergeruch Unspezifisch Schwitzen, Ernährung, Medikamente

    Die Einstufungen im Überblick: 7 Symptome deutlich verbunden (Nr. 1 bis 5, 18 und 23), 17 plausibel und 10 unspezifisch. Die Nummerierung folgt der Sortierung nach Körperbereichen in diesem Artikel und weicht von der Reihenfolge ab, in der die Liste im Netz meist erscheint.

    Wärme, Zyklus und Intimbereich: Nr. 1 bis 4

    Diese 4 Symptome sind am deutlichsten mit den Wechseljahren verbunden. Sie entstehen direkt durch den schwankenden und später sinkenden Östrogenspiegel und treten in der Perimenopause deutlich häufiger auf als davor.

    Wenn diese Beschwerden bei einer Frau zwischen 45 und 55 zusammen mit Zyklusveränderungen auftreten, sind die Wechseljahre die mit Abstand wahrscheinlichste Erklärung. Trotzdem gibt es auch hier Situationen, die eine Abklärung erfordern.

    Nr. 1

    Hitzewallungen

    Deutlich verbunden

    Das bekannteste Symptom der Wechseljahre und bei rund 2 von 3 Frauen in unterschiedlicher Stärke vorhanden. Im Hypothalamus, dem Temperaturzentrum im Gehirn, verengt sich unter schwankendem Östrogen der Bereich, den der Körper als angenehm empfindet. Schon kleine Temperaturanstiege lösen dann Gefäßerweiterung und Schwitzen aus.

    Typisch ist ein plötzlich aufsteigendes Wärmegefühl im Oberkörper, Hals und Gesicht für wenige Minuten, oft gefolgt von Frösteln.

    Kann außerdem sein: Schilddrüsenüberfunktion, Nebenwirkung bestimmter Medikamente, seltener andere hormonelle Erkrankungen. Treten Hitzewallungen ohne Zyklusveränderungen oder vor dem 40. Lebensjahr auf, lohnt die Abklärung.

    Nr. 2

    Nächtliches Schwitzen

    Deutlich verbunden

    Die nächtliche Form der Hitzewallung. Sie stört den Schlaf besonders, weil sie aufweckt und weil auf das Schwitzen meist ein Auskühlen folgt. Eine kühle Schlafumgebung von 16 bis 18 Grad senkt die Schwelle, ab der eine Episode ausgelöst wird.

    Kann außerdem sein: Infekte, Schilddrüsenüberfunktion, Medikamente, seltener ernstere Erkrankungen. Starkes Schwitzen mit durchnässter Kleidung, das von Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder geschwollenen Lymphknoten begleitet wird, gehört zeitnah abgeklärt.

    Nr. 3

    Unregelmäßige Blutungen

    Deutlich verbunden

    Das verlässlichste Zeichen der Wechseljahre überhaupt. Zuerst werden die Zyklen meist kürzer, später schwanken die Abstände stark, und schließlich kommen Pausen von mehreren Monaten. Auch die Stärke der Blutung verändert sich, in beide Richtungen.

    Wie sich daran ablesen lässt, in welcher Phase du bist, erklärt der Beitrag zu den 4 Phasen der Wechseljahre.

    Kann außerdem sein: Myome, Polypen der Gebärmutterschleimhaut, Schilddrüsenstörungen, erhöhtes Prolaktin. Sehr starke Blutungen, Zwischenblutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr und jede Blutung nach 12 blutungsfreien Monaten gehören ärztlich abgeklärt.

    Nr. 4

    Trockenheit im Intimbereich

    Deutlich verbunden

    Mit sinkendem Östrogen werden die Schleimhäute im Intimbereich dünner und trockener. Das kann zu Brennen, Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Anders als Hitzewallungen bildet sich diese Veränderung nicht von selbst zurück. In der Postmenopause nimmt sie eher zu.

    Genau deshalb lohnt es sich, das Thema anzusprechen. Es gibt gut wirksame lokale Behandlungen, über die in der gynäkologischen Praxis aufgeklärt wird.

    Kann außerdem sein: Stillzeit, bestimmte Medikamente, Infektionen im Intimbereich, Hauterkrankungen der Schleimhaut. Anhaltender Juckreiz oder weißliche Hautveränderungen gehören abgeklärt.

    Schlaf, Psyche und Denken: Nr. 5 bis 14

    In diesem Bereich liegt die größte Verwechslungsgefahr. Schlafstörungen sind deutlich mit den Wechseljahren verbunden, die übrigen Punkte sind plausibel, werden aber häufig durch schlechten Schlaf, Belastung oder eine eigenständige Erkrankung verursacht. Eine depressive Episode sieht in dieser Liste fast genauso aus wie hormonelle Schwankungen.

    Ein Zusammenhang zieht sich durch diesen ganzen Abschnitt: Schlechter Schlaf verschlechtert Stimmung, Belastbarkeit, Konzentration und Gedächtnis bei jedem Menschen. Viele der folgenden Punkte sind deshalb zumindest teilweise Folge von Nr. 5.

    Nr. 5

    Schlafstörungen

    Deutlich verbunden

    Typisch ist das Durchschlafproblem mit Erwachen in den frühen Morgenstunden. Ursachen sind nächtliche Schweißausbrüche, der sinkende Progesteronspiegel und Grübeln nach dem Erwachen. Der Anteil betroffener Frauen steigt über die Phasen der Wechseljahre deutlich an.

    Was belegt hilft, von der festen Aufstehzeit bis zur Verhaltenstherapie bei Insomnie, steht im Beitrag zu Schlafstörungen in den Wechseljahren.

    Kann außerdem sein: chronischer Stress, Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom, depressive Episode, Schilddrüsenüberfunktion. Frühes Erwachen mit gedrückter Stimmung über mehr als 2 Wochen und beobachtete Atempausen im Schlaf gehören abgeklärt.

    Nr. 6

    Nachlassende Lust

    Plausibel

    Ein nachlassendes sexuelles Verlangen wird in dieser Lebensphase häufig berichtet. Hormonelle Veränderungen spielen dabei eine Rolle, ebenso die Trockenheit im Intimbereich aus Nr. 4, die Sex unangenehm machen kann. Schlafmangel und Erschöpfung wirken zusätzlich.

    Kann außerdem sein: Belastungen in der Partnerschaft, Stress, depressive Episode, Nebenwirkungen von Medikamenten, insbesondere bestimmter Antidepressiva und Blutdrucksenker. Wenn es belastet, ist das ein legitimes Thema für die gynäkologische Praxis.

    Nr. 7

    Stimmungsschwankungen

    Plausibel

    Wechselnde Stimmung mit besseren und schlechteren Tagen wird in der Perimenopause häufig beschrieben und mit den hormonellen Schwankungen in Verbindung gebracht. Frauen, die früher stark auf Zyklusschwankungen reagiert haben, etwa mit ausgeprägtem prämenstruellem Syndrom, scheinen dafür empfänglicher zu sein.

    Kann außerdem sein: Schlafmangel, hohe Belastung, beginnende depressive Episode. Das Unterscheidungsmerkmal: Schwankungen wechseln, eine depressive Episode besteht durchgehend.

    Nr. 8

    Reizbarkeit

    Plausibel

    Dünnere Nerven und schnellere Gereiztheit gehören zu den häufig berichteten Veränderungen. Ein erheblicher Teil dürfte auf gestörten Schlaf zurückgehen, weil Schlafmangel die emotionale Regulation messbar beeinträchtigt.

    Kann außerdem sein: Überlastung, Schlafmangel aus anderen Gründen, Schilddrüsenüberfunktion, depressive Episode, die sich bei manchen Menschen eher als Reizbarkeit denn als Traurigkeit zeigt.

    Nr. 9

    Niedergeschlagenheit

    Plausibel

    In der Perimenopause ist das Risiko für depressive Beschwerden erhöht, auch bei Frauen ohne entsprechende Vorgeschichte. Das ist gut untersucht. Gleichzeitig ist genau das der Grund, warum dieser Punkt ernst genommen werden muss: Eine depressive Episode ist eigenständig behandelbar und sollte nicht als hormonelle Laune abgetan werden.

    Kann außerdem sein: depressive Episode, Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel. Gedrückte Stimmung über mehr als 2 Wochen, Verlust von Freude und Interesse oder anhaltende Antriebslosigkeit gehören ärztlich abgeklärt.

    Nr. 10

    Ängstlichkeit und innere Unruhe

    Plausibel

    Innere Unruhe und eine erhöhte Ängstlichkeit werden in dieser Phase häufiger berichtet. Hitzewallungen können mit einem Gefühl von Beklemmung einhergehen, und der sinkende Progesteronspiegel wird mit einer geringeren Beruhigung des Nervensystems in Verbindung gebracht.

    Kann außerdem sein: Angststörung, Schilddrüsenüberfunktion, hoher Koffeinkonsum, Nebenwirkungen von Medikamenten. Wenn Ängste den Alltag einschränken, ist das ein Grund für einen Termin.

    Nr. 11

    Panikattacken

    Unspezifisch

    Plötzliche Angstanfälle mit Herzrasen, Atemnot und dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Einzelne Frauen berichten, dass Hitzewallungen solche Episoden auslösen können. Ein eigenständiger, gut belegter Zusammenhang mit den Wechseljahren besteht jedoch nicht.

    Kann außerdem sein: Panikstörung, Herzrhythmusstörung, Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung. Weil die körperlichen Anzeichen denen eines Herzproblems ähneln, gehören erstmalige Episoden immer ärztlich abgeklärt. Bei Brustschmerz oder Atemnot bitte den Notruf 112 wählen.

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    Nr. 12

    Müdigkeit und Erschöpfung

    Plausibel

    Eines der häufigsten Symptome überhaupt und zugleich eines der unspezifischsten. In den Wechseljahren entsteht Müdigkeit vor allem über den gestörten Schlaf. Eine direkte hormonelle Erschöpfung ist weniger klar belegt.

    Genau hier lohnt die Abklärung am meisten, weil mehrere gut behandelbare Ursachen in dieser Altersgruppe häufig sind. Einen Überblick über typische Ursachen gibt der Ratgeber Ständig müde.

    Kann außerdem sein: Eisenmangel, gerade bei stärkeren Blutungen, Schilddrüsenunterfunktion, Vitamin-D- oder B12-Mangel, Schlafapnoe, depressive Episode, Nebenwirkungen von Medikamenten.

    Nr. 13

    Konzentrationsprobleme

    Plausibel

    Viele Frauen beschreiben in der Perimenopause, dass es schwerer fällt, sich zu konzentrieren oder bei der Sache zu bleiben. Untersuchungen deuten darauf hin, dass solche Veränderungen in dieser Phase häufiger auftreten und sich danach überwiegend zurückbilden.

    Kann außerdem sein: Schlafmangel, hohe Belastung, depressive Episode, Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel.

    Nr. 14

    Vergesslichkeit und Wortfindung

    Plausibel

    Das Wort liegt auf der Zunge und kommt nicht, der Name des Kollegen fehlt, der Grund, warum man in die Küche gegangen ist, ist weg. Das beunruhigt viele, weil es an ernste Erkrankungen denken lässt. Nach bisherigem Wissen sind diese Veränderungen in der Perimenopause meist vorübergehend und bilden sich danach zurück.

    Kann außerdem sein: Schlafmangel, Vitamin-B12-Mangel, Schilddrüsenunterfunktion, depressive Episode, Nebenwirkungen von Medikamenten. Wenn Gedächtnisprobleme deutlich zunehmen, den Alltag beeinträchtigen oder von anderen bemerkt werden, gehört das abgeklärt.

    Das Muster in diesem Abschnitt

    Von den 10 Punkten zu Schlaf, Psyche und Denken ist nur der Schlaf deutlich mit den Wechseljahren verbunden. Viele der übrigen werden durch schlechten Schlaf verstärkt. Wer beim Schlaf ansetzt, verbessert damit oft mehrere Punkte gleichzeitig. Und wer eine durchgehend gedrückte Stimmung bei sich bemerkt, sollte das eigenständig abklären lassen, unabhängig von den Wechseljahren.

    Muskeln, Gelenke, Gewicht und Knochen: Nr. 15 bis 19

    In diesem Bereich mischen sich hormonelle Effekte mit dem Älterwerden selbst. Der Knochenabbau ist deutlich mit dem Östrogenrückgang verbunden. Gelenkbeschwerden, Verspannungen, Gewichtszunahme und Kopfschmerzen sind plausibel, haben aber häufig zusätzliche oder andere Ursachen.

    Für die Einordnung hilft eine Frage: Tritt dieselbe Veränderung auch bei Männern im gleichen Alter auf? Wenn ja, spielt das Älterwerden eine große Rolle, und die Hormone erklären nur einen Teil.

    Nr. 15

    Gelenkschmerzen

    Plausibel

    Gelenk- und Muskelbeschwerden gehören zu den häufig berichteten Symptomen dieser Phase. Östrogenrezeptoren finden sich in Knorpel und Gelenkinnenhaut, und Östrogen ist an der Regulation von Entzündungsprozessen beteiligt. Typisch ist eine morgendliche Steifigkeit, die sich nach 15 bis 30 Minuten Bewegung bessert, und ein Wandern der Beschwerden zwischen verschiedenen Gelenken.

    Wie sich das von Arthrose und entzündlichem Rheuma unterscheiden lässt, erklärt der Beitrag zu Gelenkschmerzen in den Wechseljahren.

    Kann außerdem sein: Arthrose, entzündlich-rheumatische Erkrankungen, Schilddrüsenstörungen, Vitamin-D-Mangel. Geschwollene, überwärmte Gelenke und Morgensteifigkeit über 60 Minuten gehören zeitnah abgeklärt.

    Nr. 16

    Muskelverspannungen

    Plausibel

    Verspannungen in Nacken und Schultern werden häufig beschrieben. Diskutiert wird ein Zusammenhang mit dem veränderten Wasserhaushalt im Bindegewebe, der Sehnen und Faszien weniger elastisch macht. Dazu kommen Schlafmangel, der die Schmerzschwelle senkt, und Anspannung.

    Kann außerdem sein: Bewegungsmangel, Haltung am Arbeitsplatz, Stress, Muskelabbau, Magnesium- oder Vitamin-D-Mangel.

    Nr. 17

    Gewichtszunahme

    Plausibel

    Hier lohnt eine genaue Trennung. Die Verschiebung der Fetteinlagerung zum Bauch hin hängt mit dem sinkenden Östrogen zusammen. Die Zunahme selbst geht dagegen überwiegend auf den altersbedingten Abbau von Muskelmasse zurück, der den Grundumsatz senkt. Männer im gleichen Alter zeigen ähnliche Entwicklungen.

    Warum Krafttraining der wichtigste Hebel ist, steht im Beitrag zur Gewichtszunahme in den Wechseljahren.

    Kann außerdem sein: Schilddrüsenunterfunktion, Nebenwirkungen von Medikamenten wie Kortison oder bestimmten Antidepressiva, weniger Alltagsbewegung. Eine deutliche Zunahme innerhalb weniger Monate ohne veränderte Gewohnheiten gehört abgeklärt.

    Nr. 18

    Knochenabbau

    Deutlich verbunden

    Streng genommen kein Symptom, weil Knochenabbau nichts spürbar macht, bis es zu einem Bruch kommt. Der Zusammenhang ist trotzdem eindeutig: Östrogen wirkt schützend auf die Knochendichte, und nach der Menopause beschleunigt sich der Abbau, besonders in den ersten Jahren. Das erhöht langfristig das Risiko für Osteoporose.

    Genau weil er stumm verläuft, gehört dieser Punkt in die Vorsorge. Krafttraining, ausreichend Calcium und Vitamin D sowie Rauchverzicht wirken dem Abbau entgegen.

    Kann außerdem sein: Vitamin-D-Mangel, längere Kortisoneinnahme, Untergewicht, bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse oder des Darms. Bei Risikofaktoren lohnt die Frage nach einer Knochendichtemessung.

    Nr. 19

    Kopfschmerzen

    Plausibel

    Bei Frauen, die zyklusabhängige Migräne kennen, verändert sich das Muster in der Perimenopause häufig, weil die Hormonschwankungen unregelmäßiger werden. Bei vielen wird es zunächst schlechter und bessert sich nach der Menopause. Bei Frauen ohne entsprechende Vorgeschichte ist der Zusammenhang weniger klar.

    Kann außerdem sein: Spannungskopfschmerz, Bluthochdruck, Schlafmangel, zu wenig Flüssigkeit, Übergebrauch von Schmerzmitteln. Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen oder Kopfschmerzen mit Sehstörungen, Lähmungen oder Sprachstörungen sind ein Notfall. Dann bitte den Notruf 112 wählen.

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    Haut, Haare, Harnwege und Brust: Nr. 20 bis 24

    Östrogen fördert die Kollagenbildung und hält Haut und Schleimhäute elastisch. Deshalb sind Veränderungen an Haut, Haaren und Harnwegen in dieser Phase plausibel, die Harninkontinenz sogar deutlich mit dem Hormonrückgang verbunden. Brüchige Nägel sind dagegen unspezifisch und haben meist andere Gründe.

    Nr. 20

    Haarausfall

    Plausibel

    Östrogen verlängert die Wachstumsphase der Haare. Sinkt der Spiegel, verkürzt sie sich, und das Haar wird feiner. Typisch ist eine diffuse Ausdünnung im Scheitelbereich bei erhaltener Haarlinie. Kahle Stellen gehören nicht dazu.

    Welche Werte vor jedem Produktkauf geprüft gehören, steht im Beitrag zu Haarausfall in den Wechseljahren.

    Kann außerdem sein: Eisenmangel, der in der Perimenopause durch stärkere Blutungen häufiger wird, Schilddrüsenstörungen, Vitamin-D-Mangel, Medikamente, starke Belastungsphasen 2 bis 4 Monate zuvor. Kahle Stellen oder eine gerötete, schuppende Kopfhaut gehören dermatologisch abgeklärt.

    Nr. 21

    Brüchige Nägel

    Unspezifisch

    Brüchige, splitternde Nägel werden in der Liste häufig genannt, ein eigenständiger Zusammenhang mit den Wechseljahren ist jedoch kaum untersucht. Nägel werden mit dem Alter bei allen Menschen etwas spröder.

    Kann außerdem sein: häufiger Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln, Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen, Nagelpilz. Löffelförmig eingedellte Nägel können ein Hinweis auf ausgeprägten Eisenmangel sein.

    Nr. 22

    Trockene, juckende Haut

    Plausibel

    Mit sinkendem Östrogen lässt die Kollagenbildung nach, und die Haut wird dünner und trockener. Beschrieben ist ein besonders deutlicher Rückgang in den ersten Jahren nach der Menopause. Trockene Haut juckt leichter, besonders in der Heizperiode.

    Am besten belegt sind konsequenter Sonnenschutz, rückfettende Pflege und der Verzicht auf Rauchen. Zu Kollagenpräparaten gibt es eine ehrliche Einordnung im Ratgeber Kollagen Wirkung.

    Kann außerdem sein: Neurodermitis und andere Ekzeme, Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel, Nieren- oder Lebererkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten. Anhaltender Juckreiz ohne sichtbare Hautveränderung gehört abgeklärt.

    Nr. 23

    Harninkontinenz und häufiger Harndrang

    Deutlich verbunden

    Die Schleimhäute von Harnröhre und Blase reagieren ebenso auf Östrogen wie die im Intimbereich. Mit dem Rückgang werden sie dünner, was zu häufigerem Harndrang, ungewolltem Urinverlust und wiederkehrenden Harnwegsinfekten beitragen kann. Fachlich werden diese Veränderungen zusammen mit Nr. 4 als urogenitales Menopausesyndrom beschrieben.

    Gut wirksam sind Beckenbodentraining, das sich in jedem Alter lohnt, und lokale Behandlungen, über die in der gynäkologischen Praxis aufgeklärt wird.

    Kann außerdem sein: Beckenbodenschwäche nach Geburten, Blasenentzündung, Diabetes, Nebenwirkungen harntreibender Medikamente. Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen oder Fieber gehören zeitnah abgeklärt.

    Nr. 24

    Brustspannen

    Plausibel

    In der Perimenopause kann der Östrogenspiegel zeitweise sogar höher liegen als früher, während Progesteron fehlt. Das kann zu stärkerem Brustspannen führen, oft in der zweiten Zyklushälfte. Nach der Menopause lässt es bei den meisten Frauen nach.

    Kann außerdem sein: Zysten, gutartige Knoten, Nebenwirkungen von Medikamenten. Ein neu tastbarer Knoten, eine Hauteinziehung, Flüssigkeit aus der Brustwarze oder einseitige, anhaltende Schmerzen gehören immer ärztlich abgeklärt, unabhängig vom Zyklus.

    Das Muster in diesem Abschnitt

    Die Punkte an Schleimhäuten und Harnwegen haben eine Besonderheit, die sie von fast allen anderen unterscheidet: Sie werden mit den Jahren eher stärker. Hitzewallungen und Schlafprobleme lassen bei den meisten Frauen in der Postmenopause nach, Trockenheit und Harnwegsbeschwerden bleiben. Das ist der beste Grund, sie früh anzusprechen, weil es wirksame Behandlungen gibt.

    Herz, Nerven, Mund und Verdauung: Nr. 25 bis 34

    In diesem Abschnitt stehen die meisten unspezifischen Punkte der Liste. Herzklopfen und Mundbrennen sind plausibel mit den Wechseljahren verbunden, die übrigen 8 Punkte treten in allen Altersgruppen auf und haben meist andere Ursachen. Einige davon, besonders Herzklopfen, Schwindel und Kribbeln, gehören unabhängig von den Wechseljahren abgeklärt.

    Dieser Teil der Liste ist der Grund, warum sie so vielen Frauen bekannt vorkommt. Verdauungsprobleme, Blähungen oder gelegentlicher Schwindel betreffen einen großen Teil der Bevölkerung, in jedem Alter und bei jedem Geschlecht.

    Nr. 25

    Herzklopfen und Herzstolpern

    Plausibel

    Ein spürbarer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag wird in der Perimenopause häufiger berichtet, oft im Zusammenhang mit Hitzewallungen. Hormonelle Schwankungen beeinflussen das vegetative Nervensystem, das auch den Herzschlag steuert.

    Trotzdem gilt hier eine klare Regel: Herzbeschwerden werden immer zuerst abgeklärt, bevor sie den Hormonen zugeschrieben werden. Nach der Menopause steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen an.

    Kann außerdem sein: Herzrhythmusstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut, hoher Koffein- oder Alkoholkonsum, Angststörung. Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht ist ein Notfall. Dann bitte den Notruf 112 wählen.

    Nr. 26

    Schwindel

    Unspezifisch

    Kurze Schwindelmomente werden gelegentlich im Zusammenhang mit Hitzewallungen beschrieben. Ein eigenständiger, gut belegter Zusammenhang mit den Wechseljahren besteht nicht. Schwindel hat eine lange Liste möglicher Ursachen, von harmlos bis behandlungsbedürftig.

    Kann außerdem sein: niedriger Blutdruck, Blutarmut durch Eisenmangel, Erkrankungen des Innenohrs, zu wenig Flüssigkeit, Nebenwirkungen von Medikamenten, Herzrhythmusstörungen. Neu auftretender oder wiederkehrender Schwindel gehört abgeklärt. Plötzlicher Schwindel mit Sprachstörungen, Lähmungen oder Sehstörungen ist ein Notfall.

    Nr. 27

    Kribbeln in Händen und Füßen

    Unspezifisch

    Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheit werden in der Liste genannt, ein direkter Zusammenhang mit den Wechseljahren ist jedoch kaum belegt. Umso wichtiger ist dieser Punkt, weil sich dahinter gut behandelbare Ursachen verbergen können.

    Kann außerdem sein: Vitamin-B12-Mangel, Karpaltunnelsyndrom, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion, eingeklemmte Nerven an der Wirbelsäule. Anhaltende Missempfindungen gehören ärztlich abgeklärt.

    Nr. 28

    Stromschlag-Gefühle

    Unspezifisch

    Kurze, elektrisierende Empfindungen unter der Haut, teils vor einer Hitzewallung. Diese Beschreibung taucht in Erfahrungsberichten auf, wissenschaftlich ist das Phänomen im Zusammenhang mit den Wechseljahren kaum untersucht.

    Kann außerdem sein: Reizung von Nerven, Absetzen bestimmter Antidepressiva, seltener neurologische Erkrankungen. Wiederkehrende oder zunehmende Empfindungen dieser Art gehören abgeklärt.

    Nr. 29

    Mundbrennen

    Plausibel

    Ein brennendes Gefühl an Zunge, Gaumen oder Lippen ohne sichtbare Ursache. Fachlich wird das als Burning-Mouth-Syndrom bezeichnet, und es tritt bei Frauen nach der Menopause deutlich häufiger auf als in anderen Gruppen. Die Mechanismen sind nicht vollständig geklärt.

    Kann außerdem sein: Mundtrockenheit, Eisen-, B12- oder Folsäuremangel, Pilzinfektion im Mund, Diabetes, Nebenwirkungen von Medikamenten, Reaktionen auf Zahnersatz. Die Abklärung erfolgt zahnärztlich oder hausärztlich.

    Nr. 30

    Zahnfleischprobleme

    Unspezifisch

    Zahnfleischbluten oder zurückgehendes Zahnfleisch werden in der Liste genannt. Östrogen beeinflusst zwar auch die Mundschleimhaut, Zahnfleischerkrankungen sind jedoch in allen Altersgruppen sehr häufig und haben überwiegend andere Ursachen.

    Kann außerdem sein: Zahnfleischentzündung durch Beläge, Parodontitis, Rauchen, Diabetes, Nebenwirkungen von Medikamenten. Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen sind hier der wirksamste Schritt.

    Nr. 31

    Verdauungsprobleme

    Unspezifisch

    Verstopfung, Durchfall oder ein empfindlicher Magen werden häufig genannt. Hormonelle Schwankungen können die Darmbewegung beeinflussen, das ist aus dem Zyklus bekannt. Ein eigenständiger Zusammenhang mit den Wechseljahren ist aber schwer von anderen Faktoren zu trennen.

    Kann außerdem sein: Ernährung, Bewegungsmangel, Reizdarmsyndrom, Stress, Nebenwirkungen von Medikamenten, Unverträglichkeiten. Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust oder eine anhaltende Veränderung der Stuhlgewohnheiten gehören abgeklärt, ab 50 auch im Rahmen der Darmkrebsvorsorge.

    Nr. 32

    Blähbauch

    Unspezifisch

    Ein aufgeblähter Bauch wird oft mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht, teils verwechselt mit der veränderten Fettverteilung aus Nr. 17. Wassereinlagerungen durch hormonelle Schwankungen können kurzfristig eine Rolle spielen.

    Kann außerdem sein: Ernährung, Reizdarmsyndrom, Unverträglichkeiten, Verstopfung. Ein dauerhaft zunehmender Bauchumfang mit Völlegefühl gehört ärztlich abgeklärt.

    Nr. 33

    Allergien

    Unspezifisch

    Neu auftretende oder stärkere Allergien werden in der Liste aufgeführt. Hormone beeinflussen das Immunsystem, ein belastbarer Zusammenhang zwischen den Wechseljahren und neuen Allergien ist aber nicht belegt.

    Kann außerdem sein: allergische Grunderkrankung, neue Auslöser im Umfeld, Kreuzreaktionen. Neu auftretende allergische Reaktionen lassen sich allergologisch testen.

    Nr. 34

    Veränderter Körpergeruch

    Unspezifisch

    Einige Frauen bemerken einen veränderten Körpergeruch. Mehr Schwitzen durch Hitzewallungen kann dazu beitragen. Als eigenständiges Symptom ist das kaum untersucht.

    Kann außerdem sein: vermehrtes Schwitzen aus anderen Gründen, Ernährung, Medikamente, Stoffwechselerkrankungen. Ein süßlicher oder fruchtiger Geruch des Atems kann auf eine Stoffwechselentgleisung bei Diabetes hinweisen und gehört abgeklärt.

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    Ansehen

    Diese Symptome gehören immer abgeklärt

    Einige Beschwerden auf der Liste dürfen nie einfach den Wechseljahren zugeschrieben werden, auch wenn sie in diese Lebensphase fallen. Sie können auf Erkrankungen hinweisen, bei denen eine frühe Behandlung wichtig ist.

    Sofort den Notruf 112 wählen bei

    • Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht.
    • Plötzlichem Schwindel mit Sprachstörung, Lähmung oder Sehstörung.
    • Plötzlich einsetzenden, stärksten Kopfschmerzen.

    Zeitnah ärztlich abklären lassen

    • Jede Blutung nach 12 blutungsfreien Monaten, auch eine leichte Schmierblutung.
    • Sehr starke, sehr lange oder sehr häufige Blutungen sowie Zwischenblutungen.
    • Gedrückte Stimmung über mehr als 2 Wochen, Verlust von Freude und Interesse.
    • Neu auftretendes Herzklopfen oder Herzstolpern.
    • Neu auftretender oder wiederkehrender Schwindel.
    • Anhaltendes Kribbeln oder Taubheit in Händen und Füßen.
    • Ein neu tastbarer Knoten in der Brust oder eine Hauteinziehung.
    • Nächtliches Schwitzen mit Fieber, Gewichtsverlust oder geschwollenen Lymphknoten.
    • Blut im Stuhl oder Urin.
    • Geschwollene, überwärmte Gelenke oder Morgensteifigkeit über 60 Minuten.
    • Symptome, die vor dem 40. Lebensjahr mit ausbleibenden Blutungen einhergehen.

    Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117.

    Die 5 häufigsten anderen Ursachen

    Wer die Spalte „Kann außerdem sein" über alle 34 Symptome liest, stößt immer wieder auf dieselben Erkrankungen. 5 davon decken einen großen Teil der Liste ab, und alle 5 lassen sich einfach prüfen und gut behandeln.

    Ursache Kann diese Symptome erklären Wie sie geprüft wird
    Schilddrüsenunterfunktion Müdigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, Haarausfall, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsprobleme, Frieren Blutentnahme, Schilddrüsenwerte
    Schilddrüsenüberfunktion Hitzewallungen, Schwitzen, Herzklopfen, Unruhe, Schlafstörungen, Gewichtsabnahme Blutentnahme, Schilddrüsenwerte
    Eisenmangel Müdigkeit, Haarausfall, brüchige Nägel, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Mundbrennen Blutentnahme, Ferritin und Blutbild
    Vitamin-B12-Mangel Müdigkeit, Kribbeln, Vergesslichkeit, Niedergeschlagenheit, Mundbrennen Blutentnahme
    Depressive Episode Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, nachlassende Lust Ärztliches Gespräch, standardisierte Fragen

    Diese 5 Ursachen können zusätzlich zu den Wechseljahren bestehen. Eine Frau in der Perimenopause kann gleichzeitig einen Eisenmangel haben, und genau diese Kombination ist durch stärkere Blutungen in dieser Phase häufig. Wer den behandelbaren Anteil angeht, merkt oft einen deutlichen Unterschied, auch wenn die Wechseljahre bleiben.

    Das sinnvolle Vorgehen

    Statt Symptome auf einer Liste abzuhaken, bringen 4 Schritte mehr Klarheit: Beschwerden und Zyklus 3 Monate notieren, eine Basisabklärung machen lassen, die deutlich verbundenen Symptome gezielt angehen und den Rest gemeinsam mit der Praxis einordnen.

    Schritt 1

    3 Monate protokollieren

    Blutungen mit Datum und Stärke, dazu Hitzewallungen, Schlafqualität und Stimmung auf einer einfachen Skala. Das zeigt den Verlauf statt einer Momentaufnahme.

    Schritt 2

    Basislabor

    Schilddrüsenwerte, Blutbild mit Ferritin, Vitamin B12 und je nach Situation Vitamin D. Diese Werte klären die häufigsten anderen Ursachen.

    Schritt 3

    Gezielt behandeln

    Bei Hitzewallungen, Schlafstörungen und Beschwerden im Intimbereich gibt es wirksame Möglichkeiten, die in der gynäkologischen Praxis besprochen werden.

    Schritt 4

    Gemeinsam einordnen

    Was nach Protokoll und Labor übrig bleibt, lässt sich im Gespräch viel genauer einordnen als anhand einer Liste aus dem Netz.

    Wie ein solches Protokoll konkret aussieht und warum es aussagekräftiger ist als jeder Selbsttest, beschreibt der Beitrag zum Wechseljahre Test. Was im Alltag bei den typischen Beschwerden hilft, steht im Ratgeber Wechseljahre natürlich begleiten.

    Zur Einordnung von Nahrungsergänzungsmitteln

    Die 34er-Liste wird häufig als Einstieg für Produktwerbung verwendet. Für die meisten im Wechseljahresumfeld beworbenen Pflanzenstoffe existieren in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, weshalb Aussagen zur Linderung einzelner Symptome unzulässig sind.

    Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ärztliche Behandlung und sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung. Wer Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, insbesondere hormonabhängige Erkrankungen in der Vorgeschichte, sollte die Einnahme vorab ärztlich besprechen.


    Häufige Fragen

    Was sind die 34 Symptome der Wechseljahre?

    Eine im Netz verbreitete Liste von Beschwerden, die Frauen in dieser Lebensphase berichten. Sie reicht von Hitzewallungen, Schlafstörungen und unregelmäßigen Blutungen über Stimmungsschwankungen, Gelenkschmerzen und Haarausfall bis zu Verdauungsproblemen, Allergien und verändertem Körpergeruch. Die Liste stammt aus keiner medizinischen Leitlinie und unterscheidet nicht, wie gut der Zusammenhang mit den Wechseljahren jeweils belegt ist.

    Welche der 34 Symptome gehören sicher zu den Wechseljahren?

    Deutlich mit dem hormonellen Übergang verbunden sind 7 Punkte: Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, unregelmäßige Blutungen, Trockenheit im Intimbereich, Schlafstörungen, Harninkontinenz beziehungsweise häufiger Harndrang und der Knochenabbau. 17 weitere sind plausibel, 10 so unspezifisch, dass andere Ursachen meist näher liegen.

    Woher stammt die Liste mit 34 Symptomen?

    Sie hat sich vor allem über englischsprachige Ratgeberseiten verbreitet und wurde ins Deutsche übernommen. Ihre genaue Herkunft ist unklar. In gynäkologischen Leitlinien wird sie so nicht verwendet. Medizinisch genutzte Fragebögen wie die Menopause Rating Scale erfassen 11 Beschwerden und dienen dazu, die Stärke von Beschwerden zu messen, wenn die Wechseljahre als Ursache bereits feststehen.

    Warum treffen so viele Punkte auf mich zu?

    Weil viele der 34 Punkte in allen Altersgruppen häufig sind, etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten. Dazu kommt, dass schlechter Schlaf, der in den Wechseljahren häufig ist, Stimmung, Belastbarkeit und Gedächtnis bei jedem Menschen beeinträchtigt. Eine hohe Zahl zutreffender Punkte sagt deshalb wenig über die Ursache aus.

    Was ist das häufigste Symptom der Wechseljahre?

    Die Veränderung des Zyklus betrifft praktisch alle Frauen und ist das verlässlichste Zeichen. Von den Beschwerden im engeren Sinn sind Hitzewallungen am bekanntesten und betreffen rund 2 von 3 Frauen in unterschiedlicher Stärke. Auch Schlafstörungen gehören zu den am häufigsten berichteten Beschwerden.

    Kann Herzklopfen von den Wechseljahren kommen?

    Das ist möglich und wird oft im Zusammenhang mit Hitzewallungen berichtet. Trotzdem werden Herzbeschwerden immer zuerst abgeklärt, bevor sie den Hormonen zugeschrieben werden, weil Herzrhythmusstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion dahinterstecken können. Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht ist ein Notfall.

    Sind Depressionen ein Symptom der Wechseljahre?

    In der Perimenopause ist das Risiko für depressive Beschwerden erhöht, auch bei Frauen ohne Vorgeschichte. Eine depressive Episode ist aber eigenständig behandelbar und sollte nicht als hormonelle Laune abgetan werden. Gedrückte Stimmung über mehr als 2 Wochen, Verlust von Freude und Interesse oder anhaltende Antriebslosigkeit gehören ärztlich abgeklärt.

    Welche Symptome lassen mit der Zeit nach und welche nicht?

    Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und Schlafprobleme lassen bei den meisten Frauen in der Postmenopause nach. Trockenheit im Intimbereich und Beschwerden an den Harnwegen bilden sich dagegen nicht von selbst zurück und nehmen mit den Jahren eher zu. Für sie gibt es wirksame lokale Behandlungen.

    Was kann statt der Wechseljahre dahinterstecken?

    Am häufigsten eine Schilddrüsenunter- oder Überfunktion, ein Eisenmangel, ein Vitamin-B12-Mangel oder eine depressive Episode. Diese 5 Ursachen erklären zusammen einen großen Teil der 34 Punkte. Sie lassen sich mit einer Blutuntersuchung und einem ärztlichen Gespräch prüfen und sind gut behandelbar, auch wenn gleichzeitig die Wechseljahre bestehen.

    Welche Symptome sind ein Notfall?

    Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht, plötzlicher Schwindel mit Sprachstörung, Lähmung oder Sehstörung sowie plötzlich einsetzende, stärkste Kopfschmerzen. In diesen Fällen bitte sofort den Notruf 112 wählen.

    Welche Werte sollte ich prüfen lassen?

    Sinnvoll ist eine Basisabklärung mit Schilddrüsenwerten, Blutbild mit Ferritin als Maß für die Eisenspeicher, Vitamin B12 und je nach Situation Vitamin D. Diese Werte klären die häufigsten anderen Ursachen. Hormonwerte sind bei Frauen im typischen Alter meist nicht nötig, weil sie in der Übergangszeit stark schwanken.

    Was ist der beste nächste Schritt?

    Beschwerden und Zyklus über 3 Monate notieren, eine Basisabklärung machen lassen und mit diesen Unterlagen in die gynäkologische oder hausärztliche Praxis gehen. Das bringt deutlich mehr Klarheit als das Abhaken einer Liste, weil es den Verlauf zeigt und behandelbare Ursachen findet.


    Fazit

    Die Liste mit 34 Symptomen der Wechseljahre ist bekannt, eingängig und in einem Punkt irreführend: Sie behandelt alle Beschwerden gleich. Tatsächlich sind nur 7 davon deutlich mit dem hormonellen Übergang verbunden, 17 sind plausibel und 10 so unspezifisch, dass andere Ursachen meist näher liegen.

    Das hat eine praktische Konsequenz. Gerade die häufigsten Beschwerden, also Müdigkeit, gedrückte Stimmung, Konzentrationsprobleme oder Haarausfall, treten auch bei Schilddrüsenstörungen, Eisenmangel, Vitamin-B12-Mangel und depressiven Episoden auf. Diese Ursachen sind häufig, einfach zu prüfen und gut behandelbar, auch wenn gleichzeitig die Wechseljahre bestehen.

    Der sinnvollere Weg führt deshalb über ein Protokoll und eine Basisabklärung. Einige Symptome gehören dabei immer ärztlich abgeklärt, allen voran Blutungen nach der Menopause, Herzbeschwerden, anhaltende Niedergeschlagenheit und neue Knoten in der Brust.

    Weiterlesen im rewake-Magazin

    Quellen und weiterführende Information

    1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Leitlinie zur Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen.
    2. Heinemann LAJ et al.: The Menopause Rating Scale (MRS), Entwicklung und Validierung eines Fragebogens zu Wechseljahresbeschwerden.
    3. Portman DJ, Gass MLS: Genitourinary syndrome of menopause, Konsensuspapier zur Terminologie, 2014.
    4. Ergebnisse der Study of Women's Health Across the Nation (SWAN) zu Beschwerden und Stimmung im Verlauf der Wechseljahre.
    5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Informationen zu Wechseljahren auf gesundheitsinformation.de.
    6. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel.
    Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die dargestellten Informationen geben den Stand der medizinischen Diskussion wieder und stellen keine gesundheitsbezogenen Aussagen im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 dar. Die Einstufungen der einzelnen Symptome sind eine allgemeine Orientierung und können im Einzelfall abweichen. Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht, plötzlicher Schwindel mit Sprachstörung, Lähmung oder Sehstörung und plötzlich einsetzende, stärkste Kopfschmerzen sind ein Notfall, dann bitte den Notruf 112 wählen. Blutungen nach 12 blutungsfreien Monaten, sehr starke oder unregelmäßige Blutungen, anhaltende Niedergeschlagenheit über mehr als 2 Wochen, neu tastbare Knoten in der Brust sowie anhaltende Missempfindungen gehören ärztlich abgeklärt. Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar, außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Rewake kommuniziert bewusst ohne Heilversprechen.