Frau um die 40 rührt Maca-Pulver in eine Tasse auf einem hellen Küchentisch, daneben getrocknete Maca-Wurzeln, Symbolbild für die Wirkung von Maca bei Frauen

Maca Wirkung bei Frauen: was Studien zeigen und was nicht

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    Maca · Frauengesundheit

    Maca Wirkung bei Frauen: was Studien zeigen und was nicht

    ✍️ Soheil Daneshvar · Aktualisiert 2026 · ⏱️ 16 Min. Lesezeit

    Wichtig vorweg

    Dieser Artikel fasst den Stand der Forschung zusammen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Maca ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Für Maca gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, die Studienlage ist klein. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Schilddrüsenerkrankungen, hormonabhängigen Erkrankungen und bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme gehört die Einnahme vorab ärztlich besprochen.

    Zur Wirkung von Maca bei Frauen gibt es nur wenige kleine Studien, meist mit 14 bis 45 Teilnehmerinnen und einer Dauer von 6 bis 12 Wochen. In einigen davon berichteten Frauen nach den Wechseljahren unter 3 bis 3,5 g Maca-Pulver täglich über weniger Niedergeschlagenheit und Ängstlichkeit sowie über weniger sexuelle Beschwerden. In einer Studie mit Frauen, die unter Antidepressiva sexuelle Funktionsstörungen entwickelt hatten, zeigten sich in einigen Messgrößen bessere Werte. Die Hormonspiegel veränderten sich in den meisten Untersuchungen nicht, Maca wirkt demnach nicht wie ein pflanzliches Östrogen. Für Zyklusbeschwerden, PMS, Fruchtbarkeit und Hitzewallungen fehlen belastbare Daten am Menschen. Übersichtsarbeiten bewerten die Studienlage insgesamt als vielversprechend, aber zu dünn für verlässliche Aussagen.

    Maca hat in den letzten Jahren eine erstaunliche Karriere gemacht. Die Knolle aus den Hochanden Perus wird als natürliches Mittel für mehr Lust, mehr Energie, ausgeglichene Hormone, einen regelmäßigen Zyklus und entspanntere Wechseljahre beworben. Gerade Frauen begegnen dem Pulver und den Kapseln heute in Drogerien, Reformhäusern und Social Media auf Schritt und Tritt.

    Die Erwartungen sind entsprechend hoch. Die Forschung dazu ist überschaubar. Dieser Artikel zeigt, welche Studien mit Frauen es tatsächlich gibt, was sie gemessen haben, was dabei herausgekommen ist und was die Ergebnisse aussagen und was nicht. Dazu kommen praktische Hinweise zu Sorten, Einnahme und Sicherheit.

    Einen allgemeinen Überblick über Maca, die Unterschiede zwischen den Sorten und die Studienlage bei Männern bietet der Beitrag zur Maca-Wirkung. Hier geht es gezielt um Maca für Frauen.

    Die kurze Antwort

    Maca für Frauen ist vor allem im Zusammenhang mit Lust und Stimmung untersucht, meist bei Frauen nach den Wechseljahren. Die Ergebnisse einzelner kleiner Studien sind ermutigend, reichen aber nicht für verlässliche Aussagen. Eine hormonelle Wirkung ließ sich in den meisten Studien nicht nachweisen. Zu Zyklus, PMS und Fruchtbarkeit gibt es keine belastbaren Daten am Menschen.

    Diese nüchterne Einordnung steht in deutlichem Kontrast zu vielen Werbeversprechen. Das bedeutet nicht, dass Maca für Frauen wertlos ist. Es bedeutet, dass vieles von dem, was über Maca erzählt wird, bisher eher auf Tradition, Erfahrungsberichten und Tierversuchen beruht als auf Studien mit Frauen.

    Studienlage

    Klein und überschaubar

    Eine Handvoll Studien mit Frauen, meist 14 bis 45 Teilnehmerinnen über 6 bis 12 Wochen.

    Hinweise

    Lust und Stimmung

    In einzelnen Studien weniger sexuelle und psychische Beschwerden, vor allem nach der Menopause.

    Hormone

    Meist unverändert

    Östrogen, FSH und andere Hormone veränderten sich in den meisten Studien nicht.

    Unklar

    Zyklus, PMS, Fruchtbarkeit

    Hierzu fehlen Studien am Menschen, vorhandene Daten stammen aus Tierversuchen.

    Was Maca eigentlich ist

    Maca, botanisch Lepidium meyenii, ist eine Knolle aus der Familie der Kreuzblütler und damit mit Rettich, Senf und Kohl verwandt. Sie wächst in über 4.000 Metern Höhe in den peruanischen Anden und wird dort seit Jahrhunderten als Nahrungsmittel verwendet, traditionell gekocht oder als getrocknetes Mehl.

    Je nach Farbe der Knolle werden gelbe, rote und schwarze Maca unterschieden. Die Sorten unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen, und einzelne Studien deuten auf unterschiedliche Effekte hin. Mehr dazu im Abschnitt Welche Maca-Sorte für Frauen und ausführlich im Beitrag zu den Maca-Sorten.

    Die Studien mit Frauen im Überblick

    Die wichtigsten Studien zu Maca bei Frauen sind 3 kleine kontrollierte Untersuchungen mit Frauen nach den Wechseljahren oder mit sexuellen Funktionsstörungen unter Antidepressiva sowie einige Untersuchungen mit einem speziellen Maca-Präparat. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2011 kam zu dem Schluss, dass es Hinweise auf eine Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden gibt, die Datenlage für verlässliche Aussagen aber nicht ausreicht.

    Die folgende Tabelle fasst die am häufigsten zitierten Studien zusammen. Sie zeigt auch, wie klein die Teilnehmerzahlen sind, ein wichtiger Punkt bei der Einordnung.

    Studie Teilnehmerinnen Menge und Dauer Ergebnis
    Brooks und Kollegen, 2008 14 Frauen nach der Menopause 3,5 g Pulver täglich, 6 Wochen Weniger psychische Beschwerden wie Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, weniger sexuelle Beschwerden laut Fragebogen. Keine Veränderung der gemessenen Hormone.
    Stojanovska und Kollegen, 2015 29 Frauen nach der Menopause in China 3,3 g Pulver täglich, 6 Wochen Niedrigere Werte für Niedergeschlagenheit und etwas niedrigerer unterer Blutdruckwert. Keine Veränderung der gemessenen Hormone.
    Dording und Kollegen, 2015 45 Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen unter Antidepressiva 3 g Pulver täglich, 12 Wochen Bessere Werte in einigen Messgrößen der sexuellen Funktion, deutlicher bei Frauen nach der Menopause.
    Meissner und Kollegen, ab 2006 Kleine Gruppen von Frauen rund um die Menopause Spezielles Maca-Präparat, 2 g täglich, mehrere Monate Berichtet wurden weniger Wechseljahresbeschwerden und Veränderungen einzelner Hormone. Die Studien sind klein und wurden nicht unabhängig bestätigt.
    Lee und Kollegen, 2011, Übersichtsarbeit 4 kontrollierte Studien Unterschiedlich Hinweise auf eine Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden, Datenlage aber zu klein und methodisch zu schwach für verlässliche Aussagen.

    Warum diese Studien vorsichtig gelesen werden müssen

    Die Ergebnisse klingen auf den ersten Blick ermutigend. Für die Einordnung sind aber einige Punkte wichtig, die in Werbetexten fast immer fehlen.

    Punkt 1

    Sehr kleine Teilnehmerzahlen

    Mit 14 bis 45 Frauen pro Studie lassen sich Zufallsbefunde kaum ausschließen. Zum Vergleich: Studien, auf deren Grundlage Medikamente zugelassen werden, umfassen häufig mehrere Hundert bis mehrere Tausend Teilnehmende.

    Punkt 2

    Kurze Dauer

    6 bis 12 Wochen sagen wenig darüber aus, ob ein Effekt anhält und wie sicher eine Einnahme über Monate oder Jahre ist.

    Punkt 3

    Fragebogen als Messgröße

    Lust, Stimmung und Wohlbefinden wurden überwiegend mit Fragebögen erhoben. Solche Angaben reagieren deutlich auf Erwartungen, weshalb der Vergleich mit einer Placebogruppe entscheidend ist.

    Punkt 4

    Unterschiedliche Präparate

    Die Studien verwendeten unterschiedliche Pulver und Zubereitungen. Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf beliebige Maca-Produkte übertragen, besonders nicht auf konzentrierte Extrakte.

    Was das für die Einordnung bedeutet

    Die vorhandenen Studien sind ein Hinweis, kein Nachweis. Sie rechtfertigen Neugier und weitere Forschung, aber keine Heilversprechen. Deshalb sind gesundheitsbezogene Werbeaussagen zu Maca in der EU auch nicht zulässig. Wer Maca ausprobieren möchte, tut das am besten mit realistischen Erwartungen und mit Blick auf die Hinweise zur Sicherheit weiter unten.

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    Maca und Lust bei Frauen

    Lust ist der am häufigsten untersuchte Bereich von Maca bei Frauen. In einer Studie mit Frauen nach der Menopause und in einer Studie mit Frauen, die unter Antidepressiva sexuelle Funktionsstörungen entwickelt hatten, zeigten sich unter 3 bis 3,5 g Maca täglich bessere Werte in Fragebögen zur sexuellen Funktion. Die Studien sind klein, und die Ergebnisse wurden bisher nicht in größeren Untersuchungen bestätigt.

    Die meisten Werbeversprechen rund um Maca drehen sich um die Libido. Tatsächlich beziehen sich die meisten Studien dazu auf Männer. Für Frauen gibt es im Wesentlichen 2 Untersuchungen mit einem Vergleich gegen Placebo, die regelmäßig zitiert werden.

    Studie 1: Frauen nach der Menopause

    In der Studie von Brooks und Kollegen erhielten 14 Frauen nach der Menopause 6 Wochen lang täglich 3,5 g Maca-Pulver und 6 Wochen lang ein Placebo, in wechselnder Reihenfolge. Gemessen wurden die Beschwerden mit einem standardisierten Fragebogen zu Wechseljahresbeschwerden, der auch einen Bereich zur Sexualität enthält.

    Unter Maca gaben die Frauen weniger sexuelle Beschwerden an als unter Placebo. Gleichzeitig veränderten sich die gemessenen Hormone nicht. Die Autorinnen und Autoren vermuteten deshalb einen Wirkweg, der nicht über Östrogen oder Testosteron läuft. Wie dieser aussehen könnte, ist bis heute unklar.

    Studie 2: Lustprobleme unter Antidepressiva

    Bestimmte Antidepressiva, vor allem aus der Gruppe der sogenannten SSRI, verursachen häufig sexuelle Nebenwirkungen wie nachlassende Lust oder Orgasmusprobleme. In der Studie von Dording und Kollegen erhielten 45 Frauen mit solchen Beschwerden 12 Wochen lang entweder 3 g Maca täglich oder ein Placebo.

    In der Maca-Gruppe zeigten sich in einigen Messgrößen der sexuellen Funktion bessere Werte als in der Placebogruppe, der Unterschied war bei Frauen nach der Menopause deutlicher als bei jüngeren Frauen. In anderen Messgrößen fand sich kein klarer Unterschied. Die Studie wird häufig zitiert, ist aber zu klein, um daraus eine allgemeine Empfehlung abzuleiten.

    Warum der Placebovergleich so wichtig ist

    Bei Studien zur Sexualität fällt der Placeboeffekt oft besonders stark aus. Allein die Aufmerksamkeit für das Thema, die Erwartung einer Wirkung und das bewusstere Erleben verbessern die Werte in Fragebögen messbar. Deshalb sind Berichte ohne Vergleichsgruppe, etwa Erfahrungsberichte im Internet, für die Frage nach der Wirkung kaum aussagekräftig.

    Lust hat viele Ursachen

    Nachlassende Lust ist bei Frauen ein häufiges Thema und hat meist mehrere Gründe zugleich. Dazu gehören hormonelle Veränderungen wie Scheidentrockenheit in den Wechseljahren, Medikamente wie bestimmte Antidepressiva und hormonelle Verhütungsmittel, Erschöpfung, Stress, Beziehungsthemen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und depressive Verstimmungen.

    Diese Ursachen lassen sich gezielt angehen, häufig wirksamer als mit einem Nahrungsergänzungsmittel. Einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen Pille, Wechseljahren und Lust gibt der Beitrag Libido steigern bei Frauen.

    Mögliche Ursache Typische Hinweise Ansatzpunkt
    Scheidentrockenheit Schmerzen oder Brennen beim Geschlechtsverkehr, vor allem in den Wechseljahren Gynäkologische Praxis, lokale Behandlung
    Medikamente Zeitlicher Zusammenhang mit Antidepressiva oder hormoneller Verhütung Ärztliches Gespräch über Alternativen
    Erschöpfung und Stress Wenig Energie, Schlafmangel, hohe Belastung Entlastung, Schlaf, Pausen
    Depressive Verstimmung Freudlosigkeit, Antriebsmangel über Wochen Ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung
    Beziehung und Kommunikation Konflikte, wenig gemeinsame Zeit Gespräch, gegebenenfalls Paarberatung

    Maca und Stimmung

    In 2 kleinen Studien mit Frauen nach der Menopause sanken unter Maca die Werte für Niedergeschlagenheit und Ängstlichkeit in Fragebögen. Die Studien umfassten 14 und 29 Teilnehmerinnen über jeweils 6 Wochen. Für eine Wirkung bei behandlungsbedürftigen Depressionen gibt es keine Belege, Maca ist dafür kein Ersatz.

    Neben der Lust ist die Stimmung der zweite Bereich, in dem die Studien mit Frauen Hinweise liefern. In der bereits beschriebenen Studie von Brooks und Kollegen gaben die Frauen unter Maca weniger Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit an als unter Placebo.

    Die Studie von Stojanovska und Kollegen mit 29 Frauen nach der Menopause in China kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Unter 3,3 g Maca täglich über 6 Wochen sanken die Werte für Niedergeschlagenheit. Zusätzlich fiel der untere Blutdruckwert leicht. Auch hier veränderten sich die gemessenen Hormone nicht.

    Was diese Ergebnisse bedeuten

    Die Befunde sind konsistent, aber klein. Beide Studien schlossen Frauen ohne diagnostizierte psychische Erkrankung ein. Sie sagen also etwas über leichte Stimmungsschwankungen und Wohlbefinden aus, nichts über die Behandlung einer Depression oder Angststörung.

    Gerade in den Wechseljahren ist dieser Unterschied wichtig. Das Risiko für depressive Episoden ist in der Übergangsphase erhöht. Anhaltende Niedergeschlagenheit über mehr als 2 Wochen, Freudlosigkeit und Rückzug gehören ärztlich abgeklärt, unabhängig davon, ob Maca eingenommen wird oder nicht.

    Brooks 2008

    14 Frauen

    Weniger Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit unter 3,5 g täglich über 6 Wochen.

    Stojanovska 2015

    29 Frauen

    Niedrigere Werte für Niedergeschlagenheit unter 3,3 g täglich über 6 Wochen.

    Gemeinsam

    Keine Hormonänderung

    In beiden Studien blieben die gemessenen Hormone unverändert.

    Grenze

    Kein Ersatz

    Für die Behandlung von Depressionen oder Angststörungen gibt es keine Belege.

    Was sonst im Alltag nachweislich zu besserer Stimmung beiträgt, von Bewegung über Licht bis Schlaf, beschreibt der Beitrag Glückshormone aktivieren.

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    Maca in den Wechseljahren

    Die meisten Studien zu Maca bei Frauen wurden mit Frauen nach der Menopause durchgeführt. Hinweise gibt es auf weniger psychische und sexuelle Beschwerden. Für Hitzewallungen zeigte sich in den unabhängigen Studien kein eindeutiger Effekt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2011 bewertete die Daten insgesamt als zu dünn für eine Empfehlung.

    Weil Maca in Werbetexten oft als natürliche Hilfe in den Wechseljahren beschrieben wird, lohnt ein genauer Blick darauf, welche Beschwerden tatsächlich untersucht wurden und welche nicht.

    Was untersucht wurde

    In den Studien von Brooks sowie von Stojanovska wurden die Beschwerden mit Fragebögen erfasst, die psychische, körperliche, sexuelle und Hitzebeschwerden getrennt abbilden. Verbesserungen zeigten sich vor allem bei den psychischen und sexuellen Beschwerden. Bei Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen ergab sich kein eindeutiger Unterschied zum Placebo.

    Eine Reihe weiterer Studien mit einem speziellen Maca-Präparat berichtete über weniger Wechseljahresbeschwerden insgesamt, auch über weniger Hitzewallungen. Diese Studien wurden allerdings überwiegend von derselben Arbeitsgruppe durchgeführt, mit kleinen Teilnehmerzahlen und in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des Präparats. Unabhängige Bestätigungen fehlen.

    Was die Übersichtsarbeit sagt

    Eine systematische Übersichtsarbeit von Lee und Kollegen aus dem Jahr 2011 wertete 4 kontrollierte Studien zu Maca bei Wechseljahresbeschwerden aus. Das Fazit: Es gibt Hinweise auf eine günstige Wirkung, die Zahl der Studien, die Teilnehmerzahlen und die methodische Qualität reichen aber nicht für verlässliche Schlussfolgerungen. Größere, unabhängige Studien wurden ausdrücklich gefordert und stehen bis heute aus.

    Wechseljahresbeschwerde Studienlage zu Maca
    Stimmungstiefs, Ängstlichkeit Hinweise aus 2 kleinen Studien
    Nachlassende Lust Hinweise aus kleinen Studien
    Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen In unabhängigen Studien kein eindeutiger Effekt
    Schlafstörungen Nicht gezielt untersucht
    Gelenk- und Muskelbeschwerden Nicht gezielt untersucht
    Scheidentrockenheit Nicht gezielt untersucht
    Knochendichte Nur Tierversuche

    Für belastende Wechseljahresbeschwerden gibt es gut untersuchte Behandlungen mit und ohne Hormone. Was im Alltag hilft und wann ein Arzttermin sinnvoll ist, beschreiben die Beiträge Wechseljahre und Wechseljahre natürlich lindern.

    Verändert Maca die Hormone?

    In den unabhängigen Studien mit Frauen veränderte Maca die gemessenen Hormone nicht, weder Östrogen noch das Steuerhormon FSH, noch Testosteron oder Schilddrüsenwerte. Maca enthält keine nennenswerten Mengen an Isoflavonen und gilt deshalb nicht als klassisches Phytoöstrogen. Wie die in Studien beobachteten Effekte zustande kommen, ist ungeklärt.

    Die Vorstellung, Maca bringe die Hormone ins Gleichgewicht, ist eines der hartnäckigsten Versprechen. Sie passt zum Wunsch vieler Frauen nach einer natürlichen Alternative zur Hormontherapie. Die Daten stützen sie bisher nicht.

    Was gemessen wurde

    In der Studie von Brooks und Kollegen wurden unter anderem Östradiol, FSH, LH und das Transporteiweiß SHBG bestimmt. In der Studie von Stojanovska kamen Schilddrüsenwerte hinzu. In beiden Studien unterschieden sich die Werte unter Maca nicht von denen unter Placebo.

    Die Studien mit dem speziellen Maca-Präparat berichteten dagegen über Veränderungen einzelner Hormone. Weil diese Ergebnisse von wenigen, nicht unabhängigen Untersuchungen stammen und den unabhängigen Studien widersprechen, gelten sie als nicht gesichert.

    Kein Phytoöstrogen

    Pflanzliche Östrogene, sogenannte Phytoöstrogene, sind Stoffe wie die Isoflavone aus Soja und Rotklee, die im Körper an Östrogenrezeptoren andocken können. Maca enthält solche Stoffe nicht in nennenswerter Menge. Typisch für Maca sind andere Inhaltsstoffe, etwa die sogenannten Macamide und Macaene sowie Glucosinolate, wie sie auch in anderen Kreuzblütlern vorkommen. Welche dieser Stoffe für mögliche Effekte verantwortlich sind, ist nicht geklärt.

    Warum das für die Sicherheit trotzdem wichtig ist

    Dass Maca in Studien die Hormone nicht verändert hat, heißt nicht, dass ein hormoneller Einfluss sicher ausgeschlossen ist. Die Studien waren klein und kurz. Frauen mit hormonabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, Endometriose oder Myomen in der Vorgeschichte sollten Maca deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Mehr dazu im Abschnitt Für wen Vorsicht gilt.

    Maca bei Zyklusbeschwerden und PMS

    Für eine Wirkung von Maca auf den Menstruationszyklus, auf Zyklusstörungen oder auf das prämenstruelle Syndrom gibt es keine Studien mit Frauen. Die verbreiteten Empfehlungen stützen sich auf traditionelle Verwendung, Erfahrungsberichte und Tierversuche. Wer unter starken Zyklusbeschwerden leidet, sollte die Ursache ärztlich abklären lassen.

    In Blogs und auf Social Media wird Maca häufig als Mittel für einen regelmäßigen Zyklus, gegen PMS und zur Unterstützung des Hormonhaushalts junger Frauen empfohlen. Diese Empfehlungen haben eine erstaunlich dünne Grundlage: Kontrollierte Studien mit Frauen im fruchtbaren Alter zu genau diesen Fragen existieren bisher nicht.

    Woher die Empfehlungen stammen

    In den peruanischen Anden wird Maca traditionell als stärkendes Nahrungsmittel genutzt, unter anderem auch im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit. Dazu kommen Tierversuche, in denen Maca Hormone und Fortpflanzungsfunktionen von Ratten und Mäusen beeinflusste. Solche Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen, weder in Richtung Nutzen noch in Richtung Risiko.

    Wenn Frauen in Erfahrungsberichten schildern, ihr Zyklus habe sich unter Maca verändert, kann das viele Gründe haben. Zyklen schwanken auch ohne äußeren Einfluss, besonders unter Stress, bei Gewichtsveränderungen und ab Mitte 40.

    Wann Zyklusbeschwerden abgeklärt gehören

    Starke Regelschmerzen, sehr starke oder sehr lange Blutungen, Blutungen zwischen den Zyklen, stark unregelmäßige Zyklen und ausgeprägte Stimmungseinbrüche vor der Regel haben häufig behandelbare Ursachen. Dazu gehören Endometriose, Myome, Schilddrüsenstörungen, ein PCO-Syndrom oder eine prämenstruelle dysphorische Störung, eine besonders schwere Form des PMS. Diese Beschwerden gehören in die gynäkologische Praxis.

    Bei Zyklusbeschwerden bitte ärztlich abklären lassen

    • Regelschmerzen, die den Alltag einschränken oder mit der Zeit stärker werden.
    • Sehr starke Blutungen, etwa wenn Binden oder Tampons stündlich gewechselt werden müssen, oder Blutungen über mehr als 7 Tage.
    • Blutungen zwischen den Zyklen oder nach dem Geschlechtsverkehr.
    • Ausbleibende Blutungen über mehr als 3 Monate ohne Schwangerschaft, vor allem vor dem 40. Lebensjahr.
    • Starke Stimmungseinbrüche vor der Regel, die Beziehungen oder Arbeit deutlich belasten.

    Maca bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

    Für eine Verbesserung der weiblichen Fruchtbarkeit durch Maca gibt es keine Studien am Menschen. Die wenigen Studien zur Fruchtbarkeit wurden mit Männern durchgeführt. In Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Daten zur Sicherheit, deshalb wird von der Einnahme abgeraten.

    Der Begriff Maca Kinderwunsch wird regelmäßig gesucht, und viele Produkte werden gezielt an Paare mit Kinderwunsch vermarktet. Für Frauen ist die Studienlage dabei besonders dünn.

    Was bei Frauen bekannt ist

    Kontrollierte Studien, die untersucht haben, ob Maca bei Frauen den Eisprung, die Eizellqualität oder die Chance auf eine Schwangerschaft verbessert, gibt es nicht. Die Hinweise stammen aus Tierversuchen und aus der traditionellen Verwendung in Peru.

    Was bei Männern bekannt ist

    Einige kleine Studien mit Männern untersuchten Maca im Zusammenhang mit der Spermienqualität. Teilweise wurden günstige Veränderungen einzelner Werte berichtet, die Studien sind aber klein und uneinheitlich. Mehr dazu steht im Beitrag zum schwarzen Maca, zu dem die meisten dieser Untersuchungen vorliegen.

    Warum in der Schwangerschaft Vorsicht gilt

    Für die Einnahme von Maca in konzentrierter Form während Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten zur Sicherheit. Dass Maca in Peru traditionell als Lebensmittel gegessen wird, ersetzt keine Sicherheitsdaten, zumal dort überwiegend die gekochte Knolle verzehrt wird und keine Kapseln oder Extrakte. Weil zudem ein hormoneller Einfluss nicht sicher ausgeschlossen ist, sollten Schwangere und Stillende auf Maca als Nahrungsergänzung verzichten.

    Bei Kinderwunsch zuerst die Grundlagen

    Für Frauen mit Kinderwunsch gibt es eine gut belegte Empfehlung: die Einnahme von Folsäure, idealerweise bereits mindestens 4 Wochen vor einer möglichen Schwangerschaft. Folsäure senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind. Weitere Maßnahmen und Nahrungsergänzungsmittel sollten in der gynäkologischen Praxis besprochen werden, besonders wenn sich eine Schwangerschaft nach 12 Monaten nicht einstellt, ab 35 Jahren nach 6 Monaten.

    Maca für Energie und Leistungsfähigkeit

    Maca wird oft als natürlicher Energielieferant beschrieben. Einzelne kleine Studien, überwiegend mit Männern, berichteten über mehr subjektives Wohlbefinden und Energie oder eine leicht bessere sportliche Leistung. Für Frauen gibt es dazu kaum Daten. Anhaltende Müdigkeit hat häufig gut behandelbare Ursachen, die abgeklärt werden sollten.

    Viele Frauen greifen zu Maca, weil sie sich erschöpft fühlen und mehr Energie wünschen. Die Studienlage zu diesem Punkt ist noch dünner als zur Lust. Die vorhandenen Untersuchungen sind klein, kurz und überwiegend mit Männern durchgeführt, etwa mit Radsportlern oder mit Menschen, die in großer Höhe leben.

    Wenn die Müdigkeit bleibt

    Anhaltende Erschöpfung ist bei Frauen sehr häufig und hat oft konkrete Ursachen. Dazu gehören ein Eisenmangel, besonders bei starken Regelblutungen, eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Vitamin-B12- oder Vitamin-D-Mangel, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und dauerhafte Überlastung. Eine einfache Blutuntersuchung klärt viele davon.

    Was hinter anhaltender Müdigkeit stecken kann und welche Werte sinnvoll sind, beschreibt der Beitrag Ständig müde. Ansätze gegen fehlenden Antrieb stehen im Beitrag Antriebslosigkeit überwinden.

    Häufig

    Eisenmangel

    Besonders bei starken Regelblutungen, prüfbar über den Ferritinwert.

    Häufig

    Schilddrüse

    Eine Unterfunktion ist bei Frauen verbreitet, prüfbar über den TSH-Wert.

    Häufig

    Vitamine

    Vitamin D und B12 lassen sich im Blut bestimmen.

    Häufig

    Schlaf und Stress

    Dauerhafte Überlastung und schlechter Schlaf sind häufige Ursachen.

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    Welche Maca-Sorte für Frauen?

    Es gibt gelben, roten und schwarzen Maca. Gelber Maca ist die häufigste Sorte, roter und schwarzer Maca sind seltener und werden in Tierversuchen mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersucht. Studien, die die Sorten direkt bei Frauen vergleichen, gibt es nicht. Eine wissenschaftlich begründete Empfehlung für eine bestimmte Sorte für Frauen lässt sich deshalb nicht geben.

    Im Internet wird häufig empfohlen, Frauen sollten roten Maca nehmen und Männer schwarzen. Diese Zuordnung klingt eingängig, beruht aber überwiegend auf Tierversuchen, in denen die Sorten unterschiedliche Effekte zeigten, und auf Marketing. Für Frauen gibt es keine Studien, die eine Sorte gegenüber einer anderen bevorzugen.

    Sorte Anteil an der Ernte Forschungsschwerpunkte Daten zu Frauen
    Gelber Maca Häufigste Sorte Allgemeine Studien, meist ohne Sortenangabe Viele Studien verwendeten gelben oder gemischten Maca
    Roter Maca Selten Tierversuche zu Prostata und Knochen Keine sortenspezifischen Studien
    Schwarzer Maca Am seltensten Tierversuche zu Spermienbildung und Gedächtnis, kleine Studien mit Männern Keine sortenspezifischen Studien

    Wie die Wahl trotzdem gelingt

    Weil sich keine Sorte für Frauen wissenschaftlich hervorhebt, können andere Kriterien den Ausschlag geben: Geschmack, Verträglichkeit, Darreichungsform und Qualität. Wichtiger als die Farbe sind eine nachvollziehbare Herkunft, eine Bio-Zertifizierung, Angaben zur Verarbeitung und eine Prüfung auf Schadstoffe. Wie sich die Sorten im Detail unterscheiden, beschreiben die Beiträge zum roten Maca und zum schwarzen Maca.

    Pulver, gelatiniert oder Extrakt

    Form 1

    Rohes Pulver

    Getrocknete, gemahlene Knolle. Entspricht am ehesten den in Studien verwendeten Mengen von 1,5 bis 3,5 g täglich. Für manche Menschen schwerer verdaulich, weil die Knolle viel Stärke enthält.

    Form 2

    Gelatiniertes Pulver

    Vor dem Trocknen erhitzt, wodurch die Stärke aufgeschlossen wird. Gilt als besser verträglich und kommt der traditionellen Verwendung der gekochten Knolle näher.

    Form 3

    Extrakt in Kapseln

    Konzentrierte Form, angegeben etwa im Verhältnis 10:1. Praktisch zu dosieren und geschmacksneutral. Wie gut sich Ergebnisse aus Studien mit Pulver auf Extrakte übertragen lassen, ist nicht untersucht.

    Wie sich Pulver und Kapseln im Alltag unterscheiden und worauf beim Kauf zu achten ist, beschreibt der Beitrag Maca kaufen.

    Einnahme und Dosierung für Frauen

    In den Studien mit Frauen wurden 3 bis 3,5 g Maca-Pulver täglich über 6 bis 12 Wochen eingenommen. Für Extrakte in Kapselform gilt die Verzehrempfehlung des Herstellers. Ein bestimmter Einnahmezeitpunkt ist nicht untersucht, viele Frauen vertragen Maca am besten zu einer Mahlzeit am Morgen oder Mittag. Ein langsamer Einstieg verbessert die Verträglichkeit.

    Weil es keine offizielle Dosierungsempfehlung für Maca gibt, orientieren sich die meisten Angaben an den Mengen aus Studien. Für Frauen ist das eine überschaubare Grundlage, die aber einen guten Rahmen bietet.

    Studie Tägliche Menge Dauer
    Brooks und Kollegen, 2008 3,5 g Pulver 6 Wochen
    Stojanovska und Kollegen, 2015 3,3 g Pulver 6 Wochen
    Dording und Kollegen, 2015 3 g Pulver 12 Wochen

    Pulver

    Wer Maca als Pulver verwendet, orientiert sich an den Studienmengen von etwa 3 g täglich, das entspricht ungefähr 1 gestrichenen Teelöffel. Ein Einstieg mit der halben Menge in der ersten Woche hilft, die Verträglichkeit zu prüfen. Das Pulver schmeckt leicht malzig bis nussig und lässt sich gut in Smoothies, Joghurt, Porridge oder Kakao einrühren.

    Kapseln mit Extrakt

    Bei Extrakten ist die Menge pro Kapsel deutlich geringer, weil die Inhaltsstoffe konzentriert sind. Hier gilt die Verzehrempfehlung auf der Packung, die nicht überschritten werden sollte. Wie gut sich die Ergebnisse von Studien mit Pulver auf Extrakte übertragen lassen, ist nicht untersucht. Ein Vergleich der Mengen allein über das Extraktverhältnis ist deshalb nur eine grobe Orientierung.

    Zeitpunkt und Dauer

    Einen bestimmten Zeitpunkt, an dem Maca besser wirkt, gibt es nach heutigem Stand nicht. Die Einnahme zu einer Mahlzeit verbessert die Verträglichkeit für den Magen. Manche Frauen berichten, dass sie Maca am Abend schlechter schlafen lassen. Eine Einnahme am Morgen oder Mittag ist deshalb ein guter Ausgangspunkt.

    Die Studien liefen über 6 bis 12 Wochen. Wer Maca ausprobiert, sollte diesen Zeitraum einplanen, bevor eine Bilanz gezogen wird. Zur Sicherheit einer Einnahme über viele Monate oder Jahre gibt es keine Daten aus Studien.

    Menge Pulver

    Etwa 3 g täglich

    Entspricht den Studienmengen, Einstieg mit der halben Menge.

    Menge Extrakt

    Laut Packung

    Die Verzehrempfehlung des Herstellers nicht überschreiten.

    Zeitpunkt

    Zu einer Mahlzeit

    Am besten morgens oder mittags, besser für Magen und Schlaf.

    Dauer

    6 bis 12 Wochen

    So lange liefen die Studien, danach Bilanz ziehen.

    Ein einfaches Protokoll hilft beim Bewerten

    Weil Lust, Stimmung und Energie stark schwanken, ist das eigene Gefühl nach einigen Wochen schwer zu bewerten. Hilfreich ist ein kurzes Protokoll: vor dem Start und dann wöchentlich die wichtigsten Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 notieren, etwa Energie, Stimmung, Schlaf und Lust. Nach 8 bis 12 Wochen zeigt der Vergleich, ob sich etwas verändert hat. Zeigt sich kein Unterschied, spricht wenig dafür, die Einnahme fortzusetzen.

    Für wen Vorsicht gilt

    In den Studien wurde Maca über 6 bis 12 Wochen gut vertragen, berichtet wurden vereinzelt leichte Magen-Darm-Beschwerden. Vorsicht gilt in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Schilddrüsenerkrankungen, bei hormonabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, Endometriose oder Myomen, bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sowie für Kinder und Jugendliche. In diesen Fällen gehört die Einnahme vorab ärztlich besprochen.

    Maca gilt als Lebensmittel mit langer Tradition und wurde in den Studien gut vertragen. Die Daten zur Sicherheit stammen allerdings aus wenigen, kurzen Untersuchungen mit kleinen Teilnehmerzahlen. Für bestimmte Gruppen reicht das nicht aus, um eine Einnahme als unbedenklich einzustufen.

    Gruppe 1

    Schwangerschaft und Stillzeit

    Zur Sicherheit von Maca als Nahrungsergänzung in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine Daten vor. Schwangere und Stillende sollten deshalb auf Maca-Präparate verzichten.

    Gruppe 2

    Schilddrüsenerkrankungen

    Maca gehört zu den Kreuzblütlern und enthält Glucosinolate. Diese Stoffe können in größeren Mengen die Jodaufnahme der Schilddrüse beeinflussen, vor allem bei rohem Verzehr und bei Jodmangel. Bei bekannten Schilddrüsenerkrankungen sollte Maca nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.

    Gruppe 3

    Hormonabhängige Erkrankungen

    Auch wenn Maca in den unabhängigen Studien die Hormone nicht verändert hat, ist ein Einfluss nicht sicher ausgeschlossen. Bei Brustkrebs, Gebärmutterkrebs oder Eierstockkrebs in der Vorgeschichte sowie bei Endometriose und Myomen sollte die Einnahme ärztlich abgestimmt werden.

    Gruppe 4

    Regelmäßige Medikamenteneinnahme

    Wechselwirkungen mit Medikamenten sind kaum untersucht. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, etwa Antidepressiva, Blutdruckmittel, Hormonpräparate oder Gerinnungshemmer, sollte die Einnahme in der Praxis oder Apotheke ansprechen.

    Gruppe 5

    Kinder und Jugendliche

    Für Kinder und Jugendliche gibt es keine Daten. Maca-Präparate sind für diese Altersgruppe nicht vorgesehen.

    Mögliche Beschwerden

    In den Studien traten nur vereinzelt Beschwerden auf, vor allem leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder ein Völlegefühl. Erfahrungsberichte nennen zudem Unruhe oder Schlafprobleme bei abendlicher Einnahme sowie gelegentlich Hautunreinheiten. Wer solche Beschwerden bemerkt, sollte die Menge reduzieren oder die Einnahme beenden.

    Einen ersten Überblick über Nebenwirkungen und Gegenanzeigen bietet auch der Beitrag zur Maca-Wirkung.

    Maca nur nach ärztlicher Rücksprache bei

    • Schwangerschaft, Stillzeit oder aktivem Kinderwunsch mit laufender Behandlung.
    • Schilddrüsenerkrankungen, besonders bei Unterfunktion oder Knoten.
    • Brustkrebs, Gebärmutter- oder Eierstockkrebs in der Vorgeschichte sowie bei laufender Antihormontherapie.
    • Endometriose oder Myomen.
    • Regelmäßiger Einnahme von Medikamenten, besonders Hormonpräparaten, Antidepressiva, Blutdruckmitteln oder Gerinnungshemmern.

    Auf Qualität achten

    Wie bei vielen pflanzlichen Produkten schwankt die Qualität von Maca deutlich. Untersuchungen von Pflanzenpulvern finden immer wieder Rückstände von Schwermetallen oder Verunreinigungen. Seriöse Anbieter geben die Herkunft an, lassen ihre Ware auf Schadstoffe prüfen und stellen die Ergebnisse auf Nachfrage zur Verfügung. Eine Bio-Zertifizierung gibt zusätzliche Sicherheit bei Pestizidrückständen.

    Realistische Erwartungen an Maca

    Maca kann für Frauen einen Versuch wert sein, die bei Lust oder Stimmung ein Lebensmittel mit langer Tradition ausprobieren möchten. Realistisch ist, dass sich bei manchen Frauen leichte Veränderungen zeigen, bei anderen keine. Ein Ersatz für eine ärztliche Abklärung, eine Hormontherapie oder die Behandlung einer Depression ist Maca nicht.

    Am Ende steht eine einfache Abwägung. Maca ist gut verträglich, die Studien mit Frauen liefern erste Hinweise, und viele Frauen schätzen es als Teil ihrer Ernährung. Gleichzeitig ist die Datenlage dünn, und große Versprechen sind nicht gedeckt.

    Erwartung Einschätzung
    Mehr Lust Hinweise aus kleinen Studien, vor allem nach der Menopause und unter Antidepressiva
    Bessere Stimmung Hinweise aus 2 kleinen Studien nach der Menopause
    Hormone ins Gleichgewicht bringen In unabhängigen Studien keine Veränderung der Hormone
    Weniger Hitzewallungen Kein eindeutiger Effekt in unabhängigen Studien
    Regelmäßiger Zyklus, weniger PMS Keine Studien mit Frauen
    Bessere Fruchtbarkeit Keine Studien mit Frauen
    Mehr Energie Kaum Daten zu Frauen, Ursachen der Müdigkeit zuerst abklären

    Wann ein Arzttermin sinnvoll ist

    Wer zu Maca greift, hat meist ein konkretes Anliegen: nachlassende Lust, Stimmungstiefs, Erschöpfung, Zyklusbeschwerden oder Wechseljahresbeschwerden. Für jedes dieser Anliegen gibt es häufige und gut behandelbare Ursachen. Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden über Wochen anhalten, den Alltag spürbar einschränken oder sich verschlechtern.

    Erste Anlaufstelle ist die hausärztliche oder gynäkologische Praxis. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Hoffnungslosigkeit über mehr als 2 Wochen ist eine zeitnahe Abklärung wichtig. Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

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    Häufige Fragen

    Wie wirkt Maca bei Frauen?

    Die Studienlage ist klein. In einzelnen Studien mit 14 bis 45 Teilnehmerinnen berichteten Frauen unter 3 bis 3,5 g Maca-Pulver täglich über weniger sexuelle Beschwerden sowie weniger Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, vor allem nach der Menopause. Eine Veränderung der Hormone zeigte sich in den unabhängigen Studien nicht. Für verlässliche Aussagen reicht die Datenlage nicht aus.

    Steigert Maca die Lust bei Frauen?

    2 kleine Studien liefern Hinweise: bei Frauen nach der Menopause und bei Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen unter Antidepressiva. In beiden zeigten sich unter Maca bessere Werte in Fragebögen als unter Placebo. Die Studien sind klein und wurden nicht in größeren Untersuchungen bestätigt. Nachlassende Lust hat häufig konkrete Ursachen, die ärztlich abgeklärt werden können.

    Bringt Maca die Hormone ins Gleichgewicht?

    Dafür gibt es keine Belege. In den unabhängigen Studien mit Frauen veränderten sich Östrogen, FSH, LH, SHBG und Schilddrüsenwerte unter Maca nicht. Maca enthält keine nennenswerten Mengen an Isoflavonen und gilt nicht als Phytoöstrogen. Einzelne Studien mit einem speziellen Präparat berichteten über Hormonveränderungen, diese wurden aber nicht unabhängig bestätigt.

    Hilft Maca in den Wechseljahren?

    Die meisten Studien zu Maca bei Frauen wurden nach der Menopause durchgeführt. Hinweise gibt es auf weniger psychische und sexuelle Beschwerden. Bei Hitzewallungen zeigte sich in den unabhängigen Studien kein eindeutiger Effekt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2011 bewertete die Daten als zu dünn für eine Empfehlung.

    Hilft Maca bei PMS oder Zyklusbeschwerden?

    Dazu gibt es keine Studien mit Frauen. Die verbreiteten Empfehlungen stützen sich auf traditionelle Verwendung, Erfahrungsberichte und Tierversuche. Starke Regelschmerzen, sehr starke Blutungen, Blutungen zwischen den Zyklen oder ausgeprägte Stimmungseinbrüche vor der Regel sollten gynäkologisch abgeklärt werden, weil häufig behandelbare Ursachen dahinterstecken.

    Hilft Maca bei Kinderwunsch?

    Für eine Verbesserung der weiblichen Fruchtbarkeit gibt es keine Studien am Menschen. Die wenigen Untersuchungen zur Fruchtbarkeit wurden mit Männern durchgeführt. Für Frauen mit Kinderwunsch gut belegt ist die Einnahme von Folsäure, idealerweise mindestens 4 Wochen vor einer möglichen Schwangerschaft. Weitere Maßnahmen gehören in die gynäkologische Praxis.

    Darf ich Maca in der Schwangerschaft nehmen?

    Für Maca als Nahrungsergänzung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten zur Sicherheit. Weil zudem ein hormoneller Einfluss nicht sicher ausgeschlossen ist, sollten Schwangere und Stillende auf Maca-Präparate verzichten. Die traditionelle Verwendung der gekochten Knolle in Peru ersetzt keine Sicherheitsdaten.

    Welche Maca-Sorte ist die beste für Frauen?

    Studien, die gelben, roten und schwarzen Maca bei Frauen vergleichen, gibt es nicht. Die verbreitete Empfehlung, Frauen sollten roten Maca nehmen, beruht überwiegend auf Tierversuchen und Marketing. Wichtiger als die Farbe sind Herkunft, Bio-Zertifizierung, Prüfung auf Schadstoffe und eine Darreichungsform, die gut vertragen wird.

    Wie viel Maca sollten Frauen einnehmen?

    In den Studien mit Frauen wurden 3 bis 3,5 g Maca-Pulver täglich über 6 bis 12 Wochen verwendet, das entspricht etwa 1 gestrichenen Teelöffel. Für Extrakte in Kapseln gilt die Verzehrempfehlung auf der Packung, die nicht überschritten werden sollte. Ein Einstieg mit der halben Menge und die Einnahme zu einer Mahlzeit verbessern die Verträglichkeit.

    Wann sollte ich Maca einnehmen?

    Ein Zeitpunkt, an dem Maca besser wirkt, ist nicht untersucht. Viele Frauen vertragen Maca am besten zu einer Mahlzeit am Morgen oder Mittag. Manche berichten über Unruhe oder schlechteren Schlaf bei abendlicher Einnahme. Für eine Bilanz sollten 6 bis 12 Wochen eingeplant werden, so lange liefen auch die Studien.

    Für wen ist Maca nicht geeignet?

    Vorsicht gilt in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Schilddrüsenerkrankungen, bei hormonabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, Endometriose oder Myomen, bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sowie für Kinder und Jugendliche. In diesen Fällen gehört die Einnahme vorab ärztlich besprochen. Schwangere und Stillende sollten auf Maca-Präparate verzichten.

    Ist Maca ein Arzneimittel?

    Nein. Maca ist ein Lebensmittel und wird als Pulver oder Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Für Maca gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben, Werbeaussagen zur Linderung von Beschwerden sind deshalb unzulässig. Maca ersetzt weder eine ärztliche Abklärung noch eine Behandlung mit Hormonen oder Medikamenten.


    Fazit

    Maca für Frauen ist ein Thema mit großen Versprechen und kleiner Studienlage. Die vorhandenen Untersuchungen mit 14 bis 45 Teilnehmerinnen liefern Hinweise auf weniger sexuelle Beschwerden sowie weniger Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit, vor allem bei Frauen nach der Menopause. Für Hitzewallungen, Zyklusbeschwerden, PMS und Fruchtbarkeit gibt es keine belastbaren Daten.

    Besonders wichtig ist ein Befund, der in vielen Werbetexten fehlt: In den unabhängigen Studien veränderte Maca die Hormone nicht. Es wirkt demnach nicht wie ein pflanzliches Östrogen und ist kein Ersatz für eine Hormontherapie. Gleichzeitig sind die Daten zur Sicherheit zu dünn, um Maca in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei hormonabhängigen Erkrankungen ohne ärztliche Rücksprache zu empfehlen.

    Wer Maca ausprobieren möchte, orientiert sich an den Studienmengen von etwa 3 g Pulver täglich oder an der Verzehrempfehlung eines Extrakts, plant 6 bis 12 Wochen ein und führt ein kurzes Protokoll. Halten Beschwerden an oder belasten sie den Alltag, ist eine ärztliche Abklärung der bessere erste Schritt.

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    Quellen und weiterführende Information

    1. Brooks NA et al.: Beneficial effects of Lepidium meyenii (Maca) on psychological symptoms and measures of sexual dysfunction in postmenopausal women are not related to estrogen or androgen content, Menopause, 2008.
    2. Stojanovska L et al.: Maca reduces blood pressure and depression, in a pilot study in postmenopausal women, Climacteric, 2015.
    3. Dording CM et al.: A double-blind placebo-controlled trial of maca root as treatment for antidepressant-induced sexual dysfunction in women, Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2015.
    4. Lee MS et al.: Maca (Lepidium meyenii) for treatment of menopausal symptoms, a systematic review, Maturitas, 2011.
    5. Meissner HO et al.: Hormone-balancing effect of pre-gelatinized organic Maca in early-postmenopausal women, International Journal of Biomedical Science, 2006.
    6. Gonzales GF: Ethnobiology and ethnopharmacology of Lepidium meyenii (Maca), a plant from the Peruvian highlands, Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2012.
    7. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel sowie Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zur Festlegung zugelassener gesundheitsbezogener Angaben.
    Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die dargestellten Informationen geben den Stand der wissenschaftlichen Diskussion wieder und stellen keine gesundheitsbezogenen Aussagen im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 dar. Für Maca existieren in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die beschriebenen Studienergebnisse beziehen sich auf die jeweiligen Studienbedingungen und lassen sich nicht auf einzelne Produkte übertragen. Schwangere und Stillende sollten auf Maca-Präparate verzichten. Bei Schilddrüsenerkrankungen, hormonabhängigen Erkrankungen wie Brustkrebs, Endometriose oder Myomen, bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sowie für Kinder und Jugendliche gehört die Einnahme vorab ärztlich besprochen. Anhaltende Beschwerden, starke Zyklusbeschwerden und anhaltende Niedergeschlagenheit gehören ärztlich abgeklärt. Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar, außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die Angaben zu Vitamin C sind nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassene Angaben und beziehen sich auf die normale Nährstoffversorgung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Rewake kommuniziert bewusst ohne Heilversprechen.