Frau um die 50 blickt entspannt aus dem Fenster und hält einen Kalender in der Hand, Symbolbild für die Dauer der Wechseljahre

Wie lange dauern die Wechseljahre? Die Dauer jeder Phase im Überblick

Übersicht
    Wechseljahre · Dauer und Verlauf

    Wie lange dauern die Wechseljahre? Die Dauer jeder Phase im Überblick

    ✍️ Soheil Daneshvar · Aktualisiert 2026 · ⏱️ 17 Min. Lesezeit

    Wichtig vorweg

    Dieser Artikel erklärt allgemeine Zusammenhänge und ersetzt keine gynäkologische Beratung. Die genannten Zeiträume sind Durchschnittswerte aus großen Studien, der individuelle Verlauf kann deutlich abweichen. Blutungen nach der Menopause, also nach 12 Monaten ohne Regel, gehören immer ärztlich abgeklärt.

    Die Wechseljahre dauern insgesamt meist 10 bis 15 Jahre, wenn man von den ersten Zyklusveränderungen bis zum Abklingen der Beschwerden rechnet. Der eigentliche hormonelle Übergang, die Perimenopause, dauert im Durchschnitt etwa 4 Jahre, kann aber zwischen wenigen Monaten und rund 8 Jahren liegen. Die Menopause selbst ist nur ein Zeitpunkt: die letzte Regelblutung, die in Deutschland im Schnitt mit etwa 51 Jahren eintritt. Hitzewallungen halten in der großen US-amerikanischen Frauenstudie SWAN im Median rund 7 Jahre an, bei Frauen mit frühem Beginn oft über 10 Jahre. Scheidentrockenheit und Beschwerden der Harnwege klingen dagegen häufig nicht von selbst ab.

    Die Frage klingt einfach, und trotzdem findet man sehr unterschiedliche Antworten: mal 2 Jahre, mal 10, mal 15. Das liegt weniger an widersprüchlicher Forschung als daran, dass mit dem Wort Wechseljahre ganz verschiedene Zeiträume gemeint sein können.

    Manche meinen die Jahre mit unregelmäßigem Zyklus. Andere meinen die Zeit, in der Hitzewallungen und Schlafprobleme auftreten. Wieder andere zählen alles vom ersten Anzeichen bis zu dem Punkt, an dem sich der Körper vollständig auf den neuen Hormonzustand eingestellt hat.

    Dieser Artikel trennt diese Zeiträume sauber. Er zeigt, wie lange jede Phase typischerweise dauert, wie lange die einzelnen Beschwerden anhalten, welche Faktoren die Dauer verlängern oder verkürzen und woran sich erkennen lässt, dass die Wechseljahre vorbei sind.

    Die kurze Antwort

    Die Wechseljahre erstrecken sich über rund 10 bis 15 Jahre. Die Phase mit den deutlichsten Hormonschwankungen dauert im Schnitt etwa 4 Jahre, die belastendsten Beschwerden häufig 5 bis 10 Jahre. Wie lange es im Einzelfall dauert, hängt stark vom Alter beim Beginn, vom Rauchen, vom Körpergewicht und von der Art der Beschwerden ab.

    Wer nur eine Zahl sucht, kann sich an folgender Faustregel orientieren: Die ersten Zyklusveränderungen beginnen meist Mitte 40, die letzte Blutung folgt im Schnitt mit etwa 51 Jahren, und viele Frauen haben ihre Beschwerden Mitte bis Ende 50 weitgehend hinter sich. Das ergibt einen Gesamtzeitraum von grob 10 bis 15 Jahren.

    Diese Faustregel verdeckt allerdings eine große Streuung. Bei manchen Frauen ist der Übergang nach 2 Jahren kaum noch spürbar, andere haben mit über 60 noch Hitzewallungen. Beide Verläufe sind normal.

    Zeitraum Typische Dauer Was dazugehört
    Perimenopause Im Schnitt etwa 4 Jahre, Spanne von Monaten bis rund 8 Jahre Zyklusveränderungen, erste Hitzewallungen, Schlafprobleme
    Menopause Ein Zeitpunkt Die letzte Regelblutung, rückblickend nach 12 Monaten ohne Blutung festgestellt
    Frühe Postmenopause Etwa 5 bis 8 Jahre nach der letzten Blutung Hormone stabilisieren sich auf niedrigem Niveau, Beschwerden klingen oft ab
    Hitzewallungen Im Median rund 7 Jahre, bei frühem Beginn oft über 10 Jahre Beginnen meist in der Perimenopause, reichen oft Jahre über die Menopause hinaus
    Wechseljahre insgesamt Grob 10 bis 15 Jahre Vom ersten Anzeichen bis zum Abklingen der meisten Beschwerden

    Warum es keine feste Zahl gibt

    Der Begriff Wechseljahre ist ein Sammelbegriff für mehrere Phasen, und jede davon hat eine eigene Dauer. Dazu kommt, dass Beginn und Ende fließend sind und sich oft nur rückblickend bestimmen lassen. Eine einzelne Zahl kann deshalb immer nur einen Teil beschreiben.

    In der Fachsprache wird genauer unterschieden. Der medizinische Begriff Klimakterium umfasst den gesamten Übergang von der fruchtbaren Lebensphase bis in die Zeit danach. Die Menopause bezeichnet dagegen nur einen einzigen Zeitpunkt, nämlich die letzte Regelblutung. Umgangssprachlich wird beides oft gleichgesetzt, was die Verwirrung über die Dauer erklärt.

    3 Gründe für die unterschiedlichen Angaben

    Grund 1

    Unterschiedliche Zeiträume

    Eine Angabe von 4 Jahren bezieht sich meist auf die Perimenopause, eine Angabe von 7 Jahren auf die Hitzewallungen und eine Angabe von 10 bis 15 Jahren auf den gesamten Übergang. Alle 3 Zahlen sind richtig, sie beschreiben nur Verschiedenes.

    Grund 2

    Unscharfer Beginn

    Der Anfang der Wechseljahre ist schwer festzulegen. Erste Veränderungen wie ein kürzerer Zyklus oder schlechterer Schlaf werden oft erst im Rückblick als Anzeichen erkannt. Wann eine Frau den Beginn ansetzt, beeinflusst, wie lang ihr die Wechseljahre insgesamt erscheinen.

    Grund 3

    Große individuelle Unterschiede

    Studien liefern Mittelwerte und Mediane. Hinter einem Median von 7 Jahren bei Hitzewallungen verbergen sich Frauen mit 1 Jahr und Frauen mit 15 Jahren. Die Zahlen helfen bei der Orientierung, eine Vorhersage für den Einzelfall erlauben sie nicht.

    Die Frage hinter der Frage

    Wer wissen will, wie lange die Wechseljahre dauern, meint meistens: Wie lange muss ich mit diesen Beschwerden rechnen? Diese Frage lässt sich besser beantworten als die nach dem Gesamtzeitraum, weil es für die häufigsten Beschwerden gute Daten gibt. Sie stehen ab dem Abschnitt Wie lange die Beschwerden anhalten.

    Was im Körper den Takt vorgibt

    Der Zeitplan der Wechseljahre wird von den Eierstöcken bestimmt. Mit dem Älterwerden nimmt die Zahl der verbliebenen Eibläschen ab, und damit wird die Hormonproduktion unregelmäßiger. Zuerst sinkt meist das Progesteron, weil Zyklen ohne Eisprung häufiger werden. Später schwankt das Östrogen stark und fällt schließlich dauerhaft ab.

    Das Gehirn reagiert darauf mit einer stärkeren Ausschüttung des Steuerhormons FSH, um die Eierstöcke anzutreiben. Diese Phase des Ungleichgewichts ist die unruhigste. Erst wenn die Eierstöcke ihre Aktivität weitgehend eingestellt haben und sich die Hormone auf niedrigem Niveau eingependelt haben, kommt der Körper wieder in ein stabiles Gleichgewicht. Wie sich die Phasen im Einzelnen unterscheiden, erklärt der Beitrag zu den Phasen der Wechseljahre.

    Durchschnitt

    Etwa 51 Jahre

    So alt sind Frauen in Deutschland im Schnitt bei der letzten Regelblutung.

    Normalbereich

    45 bis 55 Jahre

    In diesem Alter tritt die Menopause bei den meisten Frauen ein.

    Früh

    40 bis 45 Jahre

    Eine Menopause in diesem Alter gilt als frühe Menopause.

    Vorzeitig

    Vor 40 Jahren

    Eine Menopause vor 40 gehört ärztlich abgeklärt und begleitet.

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    Die Dauer jeder Phase

    Die Wechseljahre lassen sich in 4 Abschnitte gliedern: die späte fruchtbare Phase, die Perimenopause, die Menopause als Zeitpunkt und die Postmenopause. Am unruhigsten ist die Perimenopause mit durchschnittlich knapp 4 Jahren. Die frühe Postmenopause, in der sich der Körper auf den neuen Hormonzustand einstellt, dauert etwa 5 bis 8 Jahre.

    Für die Einteilung verwenden Fachgesellschaften weltweit das sogenannte STRAW+10-Modell. STRAW steht für Stages of Reproductive Aging Workshop, übersetzt etwa: Arbeitsgruppe zu den Stadien des reproduktiven Alterns. Das Modell ordnet die Phasen nach dem Zyklusverlauf, weil der Zyklus verlässlicher Auskunft gibt als einzelne Hormonwerte.

    Oft ab Anfang 40

    Späte fruchtbare Phase

    Der Zyklus ist noch regelmäßig, wird aber oft etwas kürzer. Erste unauffällige Veränderungen wie ein leichterer Schlaf oder stärkere Beschwerden vor der Regel können auftreten. Die Dauer lässt sich kaum abgrenzen.

    Meist Mitte bis Ende 40

    Frühe Übergangsphase

    Die Zykluslänge schwankt spürbar, aufeinanderfolgende Zyklen unterscheiden sich um 7 Tage oder mehr. Die Dauer dieser Phase ist sehr unterschiedlich und reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.

    Die letzten 1 bis 3 Jahre vor der Menopause

    Späte Übergangsphase

    Es treten Abstände von 60 Tagen oder mehr zwischen den Blutungen auf. In dieser Phase sind Hitzewallungen und Schlafprobleme am häufigsten. Sie dauert typischerweise 1 bis 3 Jahre.

    Im Schnitt mit etwa 51 Jahren

    Menopause

    Die letzte Regelblutung. Sie steht erst fest, wenn danach 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist.

    Etwa 5 bis 8 Jahre nach der letzten Blutung

    Frühe Postmenopause

    Die Hormone stellen sich in den ersten rund 2 Jahren auf ein niedriges Niveau ein und bleiben danach weitgehend stabil. Viele Beschwerden klingen in dieser Zeit ab.

    Danach, für den Rest des Lebens

    Späte Postmenopause

    Der Hormonzustand ist stabil. Im Vordergrund stehen jetzt langfristige Themen wie Knochengesundheit, Herz und Gefäße sowie die Schleimhäute.

    Phase Erkennungszeichen Typische Dauer
    Späte fruchtbare Phase Zyklus regelmäßig, oft etwas kürzer Nicht klar abgrenzbar
    Frühe Übergangsphase Zykluslänge schwankt um 7 Tage oder mehr Sehr variabel, Monate bis Jahre
    Späte Übergangsphase Abstände von 60 Tagen oder mehr Meist 1 bis 3 Jahre
    Menopause Letzte Blutung, bestätigt nach 12 Monaten Ein Zeitpunkt
    Frühe Postmenopause Hormone pendeln sich auf niedrigem Niveau ein Etwa 5 bis 8 Jahre
    Späte Postmenopause Stabiler Hormonzustand Restliches Leben

    Eine ausführliche Beschreibung jeder Phase mit Hormonverlauf und Selbsteinschätzung steht im Beitrag zu den Phasen der Wechseljahre. An dieser Stelle geht es um die Frage, wie lange jeder Abschnitt dauert und wovon das abhängt.

    Wie lange die Perimenopause dauert

    Die Perimenopause dauert im Durchschnitt knapp 4 Jahre, gemessen vom Beginn der Zyklusunregelmäßigkeiten bis zur letzten Blutung. Die Spanne ist groß: Bei manchen Frauen endet die Blutung fast ohne Übergang, bei anderen zieht sich die unregelmäßige Phase über 8 Jahre oder länger.

    Die Perimenopause ist der Abschnitt, den die meisten Frauen meinen, wenn sie von den Wechseljahren sprechen. In dieser Zeit schwanken die Hormone am stärksten, und viele Beschwerden setzen hier ein.

    Was die Studien zeigen

    Eine der bekanntesten Untersuchungen zu dieser Frage, die Massachusetts Women's Health Study, begleitete über 2.500 Frauen über mehrere Jahre. Die mittlere Dauer vom Beginn der Zyklusunregelmäßigkeiten bis zur letzten Blutung lag dort bei knapp 4 Jahren. Frauen, die früher in die Übergangsphase kamen, hatten im Schnitt einen längeren Übergang.

    Bei einem kleinen Teil der Frauen bleibt die Blutung dagegen fast abrupt aus, ohne dass zuvor eine längere unregelmäßige Phase erkennbar war. Auch das liegt im normalen Spektrum.

    Warum die Definition die Zahl verändert

    Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation zählt zur Perimenopause auch das erste Jahr nach der letzten Blutung. Wer so rechnet, kommt auf rund 1 Jahr mehr. Die frühen, noch regelmäßigen Veränderungen der späten fruchtbaren Phase werden dagegen meist nicht mitgezählt, obwohl manche Frauen dort bereits Beschwerden bemerken.

    Wer also liest, die Perimenopause dauere 4 bis 5 Jahre, und woanders 2 bis 8 Jahre, sieht keine widersprüchlichen Angaben. Die eine Zahl beschreibt den Durchschnitt, die andere die Spanne, und beide hängen davon ab, wo der Beginn angesetzt wird.

    Die frühe und die späte Übergangsphase

    Abschnitt 1

    Frühe Übergangsphase: variabel

    Die Zykluslänge schwankt, Blutungen kommen mal früher, mal später. Häufig sinkt zuerst das Progesteron, weil Zyklen ohne Eisprung häufiger werden. Typische Folgen sind stärkere oder längere Blutungen, Brustspannen, unruhiger Schlaf und Stimmungsschwankungen vor der Regel. Diese Phase kann sich über Jahre ziehen.

    Was hinter dem frühen Abfall des Progesterons steckt, erklärt der Beitrag Progesteron in den Wechseljahren.

    Abschnitt 2

    Späte Übergangsphase: meist 1 bis 3 Jahre

    Blutungen setzen für 60 Tage oder länger aus, dann kommen sie überraschend wieder. Das Östrogen schwankt stark, zeitweise sehr niedrig, zeitweise wieder hoch. In dieser Phase sind Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen und Schlafprobleme am häufigsten.

    Verhütung in der Perimenopause

    Solange noch Blutungen auftreten, ist eine Schwangerschaft möglich, auch wenn die Wahrscheinlichkeit deutlich sinkt. Häufig wird empfohlen, die Verhütung ab 50 Jahren bis 1 Jahr nach der letzten Blutung fortzusetzen und vor 50 Jahren bis 2 Jahre danach. Die Entscheidung gehört in die gynäkologische Praxis, besonders wenn hormonelle Verhütung den natürlichen Zyklus überdeckt.

    Wann die Perimenopause beginnt

    Die meisten Frauen bemerken die ersten Zyklusveränderungen Mitte bis Ende 40. Ein früherer Beginn Anfang 40 ist ebenfalls häufig. Welche Anzeichen typischerweise am Anfang stehen und wie sie sich von anderen Ursachen abgrenzen lassen, beschreibt der Beitrag Wechseljahre ab wann.

    Wer den Beginn per Bluttest bestimmen will, stößt schnell an Grenzen. In der Perimenopause schwanken die Hormone so stark, dass ein einzelner Wert wenig aussagt. Warum das so ist, steht im Beitrag zum Wechseljahre Test.

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    Die Menopause als Zeitpunkt

    Die Menopause dauert genau genommen keinen Tag. Sie bezeichnet die letzte Regelblutung und lässt sich erst rückblickend bestimmen, wenn danach 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. In Deutschland liegt das durchschnittliche Alter bei etwa 51 Jahren.

    Umgangssprachlich wird die Menopause oft mit den gesamten Wechseljahren gleichgesetzt. Medizinisch ist sie nur ein Punkt auf der Zeitachse, der die Perimenopause von der Postmenopause trennt. Das erklärt, warum die Frage, wie lange die Menopause dauert, streng genommen keine sinnvolle Antwort hat.

    Warum erst nach 12 Monaten Gewissheit herrscht

    In der späten Übergangsphase setzen Blutungen oft über Monate aus und kommen dann doch noch einmal. Deshalb lässt sich im Moment der letzten Blutung nicht erkennen, dass es die letzte war. Erst eine blutungsfreie Zeit von 12 Monaten macht die Einordnung verlässlich.

    Für viele Frauen bedeutet das eine Phase der Unsicherheit. Hilfreich ist ein einfacher Blutungskalender, auf Papier oder in einer App. Er zeigt rückblickend, wann die letzte Blutung war, und er ist eine wertvolle Grundlage für jedes ärztliche Gespräch.

    Was die Menopause verschiebt

    Das Alter bei der Menopause ist zu einem großen Teil erblich. Wer wissen will, wann es ungefähr so weit sein könnte, erhält einen ersten Anhaltspunkt aus dem Menopausenalter der Mutter und älterer Schwestern.

    Rauchen verschiebt die Menopause im Schnitt um 1 bis 2 Jahre nach vorn. Eine Entfernung der Gebärmutter mit Erhalt der Eierstöcke kann den Zeitpunkt ebenfalls etwas vorziehen. Mehr zu diesen Einflüssen im Abschnitt zu den Einflussfaktoren.

    Frühe und späte Postmenopause

    Die Postmenopause beginnt mit der letzten Regelblutung und dauert den Rest des Lebens. Die frühe Postmenopause umfasst etwa die ersten 5 bis 8 Jahre, in denen sich die Hormone auf ein niedriges Niveau einstellen und viele Beschwerden abklingen. Danach folgt die späte Postmenopause mit stabilem Hormonzustand.

    Die ersten 2 Jahre

    Nach der letzten Blutung steigt das Steuerhormon FSH weiter an, während das Östrogen weiter sinkt. Nach etwa 2 Jahren pendeln sich beide Werte ein. In dieser Zeit sind Hitzewallungen bei vielen Frauen noch deutlich spürbar, oft sogar stärker als in der Perimenopause.

    Die folgenden Jahre

    Im weiteren Verlauf der frühen Postmenopause bleiben die Hormone weitgehend stabil. Der Körper hat sich an den neuen Zustand gewöhnt, und bei vielen Frauen werden Hitzewallungen seltener und schwächer. Gleichzeitig beginnen sich Veränderungen bemerkbar zu machen, die langsamer verlaufen, etwa an Knochen, Schleimhäuten und Haut.

    Die späte Postmenopause

    In der späten Postmenopause ist der Übergang abgeschlossen. Hitzewallungen sind bei den meisten Frauen verschwunden, bei einem Teil halten sie allerdings bis ins höhere Alter an. Stärker in den Vordergrund treten die langfristigen Folgen des niedrigen Östrogenspiegels: der Abbau der Knochendichte, Veränderungen im Herz-Kreislauf-System und die Veränderungen der Schleimhäute im Intimbereich, die ohne Behandlung eher zunehmen.

    Jahr 1 bis 2

    Hormone stellen sich ein

    FSH steigt weiter, Östrogen sinkt weiter, Hitzewallungen sind oft noch deutlich.

    Jahr 3 bis 8

    Stabilisierung

    Die Hormone bleiben weitgehend konstant, viele Beschwerden werden seltener.

    Danach

    Langfristige Themen

    Knochen, Herz und Gefäße sowie Schleimhäute rücken in den Vordergrund.

    Immer

    Blutungen abklären

    Jede Blutung nach der Menopause gehört ärztlich untersucht.

    Blutungen nach der Menopause

    Tritt nach 12 Monaten ohne Regel erneut eine Blutung auf, auch eine schwache oder einmalige, gehört das zeitnah gynäkologisch abgeklärt. Meist steckt eine harmlose Ursache dahinter, etwa eine dünne, empfindliche Schleimhaut. In einem Teil der Fälle ist eine Blutung nach der Menopause aber ein frühes Zeichen einer Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, die sich in diesem Stadium gut behandeln lässt.

    Wie lange die Beschwerden anhalten

    Die Beschwerden folgen keinem gemeinsamen Zeitplan. Zyklusstörungen enden mit der letzten Blutung, Hitzewallungen halten im Median rund 7 Jahre an, Konzentrationsprobleme bessern sich meist nach der Menopause, und Scheidentrockenheit nimmt ohne Behandlung eher zu. Für die Frage nach der Dauer lohnt deshalb der Blick auf jede Beschwerde einzeln.

    Für viele Frauen ist das die eigentlich wichtige Frage. Wer seit Monaten nachts schwitzt oder schlecht schläft, will wissen, ob ein Ende absehbar ist. Die gute Nachricht: Für die häufigsten Beschwerden gibt es inzwischen belastbare Langzeitdaten.

    Beschwerde Typischer Verlauf Klingt von selbst ab?
    Zyklusstörungen Beginnen in der Perimenopause Ja, mit der letzten Blutung
    Hitzewallungen Im Median rund 7 Jahre, bei frühem Beginn oft über 10 Jahre Bei den meisten Frauen ja, bei einem Teil erst sehr spät
    Schlafprobleme Am häufigsten in der späten Übergangsphase Oft teilweise, Gewohnheiten können bleiben
    Stimmungsschwankungen Am stärksten in der Perimenopause Häufig ja, nach der Menopause
    Konzentrationsprobleme Vorübergehend in der Perimenopause Meist ja, nach der Menopause
    Gelenk- und Muskelbeschwerden Sehr unterschiedlich Unterschiedlich, Bewegung hilft
    Scheidentrockenheit, Harnwege Beginnt oft in der Postmenopause Nein, nimmt ohne Behandlung eher zu

    Hitzewallungen im Detail

    In der US-amerikanischen Langzeitstudie SWAN hielten häufige Hitzewallungen im Median 7,4 Jahre an und nach der letzten Blutung noch 4,5 Jahre. Frauen, bei denen sie schon vor oder zu Beginn der Übergangsphase einsetzten, hatten sie im Median über 11,8 Jahre. Setzten sie erst nach der Menopause ein, dauerten sie im Median 3,4 Jahre.

    Lange hieß es, Hitzewallungen dauerten etwa 1 bis 2 Jahre. Diese Annahme stammte aus kleineren Untersuchungen mit kurzer Beobachtungszeit. Die Study of Women's Health Across the Nation, kurz SWAN, hat das Bild deutlich verändert.

    Was die SWAN-Studie untersucht hat

    SWAN begleitet seit Mitte der 1990er-Jahre mehrere Tausend Frauen durch die Wechseljahre. Für die Auswertung zur Dauer der Hitzewallungen wurden rund 1.450 Frauen betrachtet, die häufige Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen hatten, definiert als Beschwerden an mindestens 6 der letzten 14 Tage. Die Ergebnisse wurden 2015 veröffentlicht und gelten seitdem als wichtigste Datengrundlage zu dieser Frage.

    Gesamtdauer

    Median 7,4 Jahre

    So lange hielten häufige Hitzewallungen insgesamt an.

    Nach der Menopause

    Median 4,5 Jahre

    So lange bestanden sie nach der letzten Blutung noch fort.

    Früher Beginn

    Über 11,8 Jahre

    Median bei Beginn vor oder zu Anfang der Übergangsphase.

    Später Beginn

    Median 3,4 Jahre

    Median bei Beginn erst nach der letzten Blutung.

    Der wichtigste Faktor: der Zeitpunkt des Beginns

    Das auffälligste Ergebnis betrifft den Beginn. Frauen, die schon früh in der Übergangsphase häufige Hitzewallungen bekamen, hatten sie nicht nur länger insgesamt, sondern auch länger nach der Menopause: im Median noch 9,4 Jahre nach der letzten Blutung. Frauen, bei denen die Hitzewallungen erst nach der Menopause einsetzten, waren sie deutlich schneller wieder los.

    Für die eigene Einschätzung ist das die hilfreichste Information. Wer schon mit unregelmäßigem, aber noch vorhandenem Zyklus unter häufigen Hitzewallungen leidet, sollte sich eher auf einen längeren Zeitraum einstellen und frühzeitig über Behandlungsmöglichkeiten sprechen, statt auf ein baldiges Ende zu warten.

    Weitere Faktoren für eine längere Dauer

    In der SWAN-Auswertung hielten Hitzewallungen außerdem bei Frauen länger an, die zu Beginn stärker gestresst waren, mehr depressive Beschwerden oder Ängstlichkeit angaben oder empfindlicher auf körperliche Symptome reagierten. Auch zwischen den untersuchten Bevölkerungsgruppen gab es deutliche Unterschiede: Bei afroamerikanischen Frauen dauerten die Hitzewallungen im Median rund 10 Jahre, bei Frauen japanischer oder chinesischer Herkunft rund 5 Jahre, bei weißen Frauen rund 6,5 Jahre.

    Diese Zusammenhänge zeigen, dass die Dauer keine reine Frage der Hormone ist. Stress, Stimmung und die Wahrnehmung von Körpersignalen spielen mit hinein. Das eröffnet Ansatzpunkte, die über Hormone hinausgehen, etwa eine kognitive Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit bei belastenden Hitzewallungen in Studien belegt ist.

    Wie viele Frauen noch mit über 60 betroffen sind

    Bei einem Teil der Frauen halten Hitzewallungen bis über das 60. Lebensjahr hinaus an, in Einzelfällen auch länger. Das ist belastend, aber kein Zeichen einer Erkrankung. Wer allerdings nach Jahren ohne Beschwerden plötzlich wieder Hitzewallungen bekommt, sollte andere Ursachen abklären lassen. Welche infrage kommen, steht im Beitrag Hitzewallungen ohne Wechseljahre.

    Schlaf, Stimmung, Gelenke, Schleimhäute

    Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen sind in der Perimenopause am häufigsten und bessern sich danach oft. Konzentrationsprobleme sind in Studien vorübergehend. Gelenkbeschwerden verlaufen sehr unterschiedlich. Scheidentrockenheit und Beschwerden der Harnwege nehmen dagegen ohne Behandlung eher zu.

    Schlafprobleme

    Schlafstörungen nehmen in der Übergangsphase deutlich zu und sind in der späten Perimenopause am häufigsten. Ein großer Teil hängt mit nächtlichen Hitzewallungen zusammen, die den Schlaf immer wieder unterbrechen. Klingen die Hitzewallungen ab, bessert sich oft auch der Schlaf.

    Bei manchen Frauen bleibt der Schlaf trotzdem gestört, weil sich über Jahre ein Muster aus nächtlichem Grübeln und angespanntem Wachliegen verfestigt hat. Dann hilft eher eine gezielte Behandlung der Schlafstörung als das Warten auf das Ende der Wechseljahre. Ursachen und Ansätze beschreibt der Beitrag Schlafstörungen in den Wechseljahren.

    Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen

    Das Risiko für depressive Verstimmungen ist in der Perimenopause erhöht, besonders bei Frauen, die früher schon Depressionen oder starke Beschwerden vor der Regel hatten. In mehreren Langzeitstudien sank das Risiko nach der Menopause wieder, wenn die Hormonschwankungen nachließen.

    Das ist ein Grund zur Zuversicht, aber kein Grund zum Abwarten. Eine anhaltende Niedergeschlagenheit über mehr als 2 Wochen gehört ärztlich abgeklärt, unabhängig davon, ob sie mit den Wechseljahren zusammenhängt.

    Konzentration und Gedächtnis

    Viele Frauen berichten in der Perimenopause von Wortfindungsstörungen, Vergesslichkeit und einem Gefühl, als läge Nebel über dem Denken. In der SWAN-Studie zeigte sich tatsächlich eine leichte Verschlechterung der Lernleistung in der Übergangsphase, die sich nach der Menopause wieder erholte.

    Diese Beschwerden sind also meist vorübergehend. Wer sie genauer verstehen will, findet Hintergründe im Beitrag zum Brain Fog.

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    Gelenk- und Muskelbeschwerden

    Gelenk- und Muskelschmerzen gehören zu den häufig genannten Beschwerden in den Wechseljahren. Ihre Dauer ist schwer vorherzusagen, weil sich hormonelle Einflüsse mit altersbedingten Veränderungen und mit Erkrankungen wie Arthrose überschneiden.

    Belegt ist, dass Östrogen entzündungshemmend wirkt und am Erhalt von Knorpel, Sehnen und Muskulatur beteiligt ist. Sinkt der Spiegel, können Beschwerden zunehmen. Regelmäßige Bewegung und Krafttraining gehören zu den wirksamsten Ansätzen. Wie sich hormonell bedingte Gelenkschmerzen von Arthrose und Rheuma unterscheiden, steht im Beitrag Gelenkschmerzen in den Wechseljahren.

    Scheidentrockenheit und Beschwerden der Harnwege

    Diese Beschwerden verhalten sich anders als die übrigen. Der niedrige Östrogenspiegel führt dazu, dass die Schleimhäute im Intimbereich und in den Harnwegen dünner, trockener und empfindlicher werden. Fachlich wird das als urogenitales Menopausensyndrom bezeichnet.

    Diese Veränderungen beginnen oft erst in der Postmenopause und nehmen ohne Behandlung mit den Jahren eher zu. Etwa die Hälfte der Frauen nach der Menopause ist betroffen. Typisch sind Trockenheit, Brennen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, häufiger Harndrang und wiederkehrende Blasenentzündungen.

    Gerade weil diese Beschwerden nicht von selbst verschwinden, lohnt das Gespräch in der gynäkologischen Praxis. Es gibt wirksame, gut verträgliche Behandlungen, darunter lokal angewendete Präparate mit sehr geringer Hormonmenge.

    Haut, Haare und Gewicht

    Veränderungen an Haut und Haaren sowie eine Umverteilung des Körperfetts zum Bauch hin verlaufen langsam über Jahre. Sie hängen mit dem niedrigen Östrogenspiegel zusammen, aber auch mit dem Älterwerden und mit Veränderungen im Lebensstil. Sie klingen deshalb nicht in dem Sinne ab wie Hitzewallungen, lassen sich aber beeinflussen.

    Mehr dazu in den Beiträgen Haarausfall in den Wechseljahren und Gewichtszunahme in den Wechseljahren. Eine Einordnung aller häufig genannten Beschwerden bietet der Faktencheck zu den 34 Symptomen der Wechseljahre.

    Was die Dauer beeinflusst

    Die Dauer der Wechseljahre und ihrer Beschwerden hängt vor allem vom Alter beim Beginn ab, von der familiären Veranlagung, vom Rauchen, vom Körpergewicht sowie von Stress, Ängstlichkeit und depressiven Beschwerden. Einige dieser Faktoren lassen sich nicht ändern, andere schon.

    Aus den großen Langzeitstudien lässt sich recht gut ablesen, welche Frauen eher mit einem kurzen und welche eher mit einem langen Verlauf rechnen müssen. Eine sichere Vorhersage für den Einzelfall bleibt trotzdem nicht möglich.

    Faktor 1

    Alter beim Beginn

    Frauen, die früher in die Übergangsphase kommen, haben im Schnitt einen längeren Übergang. Bei den Hitzewallungen ist der Effekt besonders deutlich: Setzen sie schon zu Beginn der Übergangsphase ein, halten sie oft über 10 Jahre an. Setzen sie erst nach der Menopause ein, sind es im Median etwa 3,4 Jahre.

    Faktor 2

    Familiäre Veranlagung

    Das Alter bei der Menopause ist zu einem großen Teil erblich. Das Menopausenalter der Mutter und älterer Schwestern gibt einen ersten Anhaltspunkt für den eigenen Zeitplan, auch wenn es keine Garantie ist.

    Faktor 3

    Rauchen

    Raucherinnen kommen im Schnitt 1 bis 2 Jahre früher in die Menopause und haben häufiger und länger Hitzewallungen. Der Rauchstopp lohnt sich in jeder Phase, auch wegen des steigenden Herz-Kreislauf-Risikos nach der Menopause.

    Faktor 4

    Körpergewicht

    Ein höheres Körpergewicht geht in der Perimenopause mit häufigeren Hitzewallungen einher. Fettgewebe wirkt wie eine Isolierschicht und erschwert die Wärmeabgabe. In einzelnen Studien verringerte eine Gewichtsabnahme die Häufigkeit von Hitzewallungen.

    Faktor 5

    Stress, Ängstlichkeit und Stimmung

    In der SWAN-Studie hielten Hitzewallungen bei Frauen länger an, die zu Beginn stärker gestresst waren, mehr Ängstlichkeit oder depressive Beschwerden angaben. Ob Stress die Dauer direkt verlängert oder ob beides gemeinsame Ursachen hat, ist nicht abschließend geklärt. Ansätze zur Entlastung beschreibt der Beitrag Stress abbauen.

    Faktor Zusammenhang mit der Dauer Beeinflussbar
    Früher Beginn der Hitzewallungen Deutlich längere Dauer Nein
    Familiäre Veranlagung Bestimmt maßgeblich das Menopausenalter Nein
    Rauchen Frühere Menopause, häufigere und längere Hitzewallungen Ja
    Höheres Körpergewicht Häufigere Hitzewallungen in der Perimenopause Ja
    Stress, Ängstlichkeit, depressive Beschwerden Längere Dauer der Hitzewallungen Teilweise
    Operationen, Krebstherapien Früherer oder abrupter Beginn Nur teilweise

    Sonderfälle

    Bei einer Menopause vor 40, nach Entfernung der Eierstöcke oder durch eine Krebstherapie verläuft der Übergang anders, oft früher und abrupter. Nach einer Gebärmutterentfernung und unter hormoneller Verhütung lässt sich der Zeitpunkt der Menopause schwer bestimmen, weil die Blutung als Orientierung fehlt.

    Vorzeitige und frühe Menopause

    Tritt die Menopause vor dem 40. Lebensjahr ein, spricht man von einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz. Sie betrifft etwa 1 Prozent der Frauen. Eine Menopause zwischen 40 und 45 Jahren gilt als frühe Menopause und betrifft etwa 5 Prozent.

    In beiden Fällen fehlt das Östrogen über viele Jahre länger als üblich, mit Folgen für Knochen, Herz und Gefäße. Deshalb empfehlen Leitlinien bei einer vorzeitigen Menopause in der Regel eine Hormonbehandlung mindestens bis zum durchschnittlichen Menopausenalter, sofern keine Gründe dagegen sprechen. Wer vor 40 längere Zeit keine Blutung mehr hat, sollte das gynäkologisch abklären lassen.

    Nach Entfernung der Eierstöcke

    Werden beide Eierstöcke operativ entfernt, fällt die Hormonproduktion schlagartig weg. Man spricht von einer chirurgischen Menopause. Die Beschwerden setzen oft innerhalb weniger Tage ein und sind häufig stärker als bei einem natürlichen Übergang, weil der Körper keine Zeit zur Anpassung hat. Eine Perimenopause im eigentlichen Sinne gibt es dann nicht.

    Nach Entfernung der Gebärmutter

    Wird nur die Gebärmutter entfernt und bleiben die Eierstöcke erhalten, laufen die Hormonzyklen weiter, es fehlt aber die Blutung als Signal. Den Zeitpunkt der Menopause erkennen betroffene Frauen deshalb nur an den Beschwerden. Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Eierstöcke nach einer Gebärmutterentfernung ihre Tätigkeit im Schnitt etwas früher einstellen.

    Nach Chemotherapie, Bestrahlung oder Antihormontherapie

    Eine Chemotherapie oder Bestrahlung im Beckenbereich kann die Eierstöcke schädigen und eine vorzeitige Menopause auslösen, vorübergehend oder dauerhaft. Auch antihormonelle Therapien bei Brustkrebs lösen häufig starke Wechseljahresbeschwerden aus. In diesen Situationen gehören Behandlungsentscheidungen immer in die onkologische und gynäkologische Praxis, weil Hormonpräparate hier oft nicht infrage kommen.

    Unter hormoneller Verhütung

    Die Pille erzeugt eine regelmäßige Abbruchblutung, eine Hormonspirale unterdrückt die Blutung häufig ganz. In beiden Fällen lässt sich der natürliche Zyklusverlauf nicht beobachten. Viele Frauen merken den Übergang erst nach dem Absetzen oder an Beschwerden wie Hitzewallungen, die trotz Verhütung auftreten.

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    Ansehen

    Hormontherapie und Dauer

    Eine Hormontherapie lindert die Beschwerden, verändert aber den natürlichen Zeitplan der Wechseljahre nicht. Sie verlängert die Wechseljahre nicht und verkürzt sie auch nicht. Nach dem Absetzen können Beschwerden wiederkommen, wenn der natürliche Übergang zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen ist.

    Diese Frage beschäftigt viele Frauen: Schiebe ich die Wechseljahre mit Hormonen nur auf? Die Antwort ist beruhigend und ernüchternd zugleich. Die Eierstöcke folgen ihrem eigenen Zeitplan, unabhängig davon, ob von außen Hormone zugeführt werden. Die Therapie überbrückt die Beschwerden in dieser Zeit.

    Was nach dem Absetzen passiert

    Wird eine Hormontherapie beendet, während die natürliche Neigung zu Hitzewallungen noch besteht, kommen diese bei einem erheblichen Teil der Frauen zurück. Das hat nichts damit zu tun, dass die Therapie die Wechseljahre verlängert hätte. Die Beschwerden waren lediglich überdeckt.

    Ob ein schrittweises Ausschleichen besser ist als ein abruptes Absetzen, ist nicht eindeutig belegt. Manche Frauen kommen mit dem langsamen Reduzieren besser zurecht. Das Vorgehen wird am besten gemeinsam in der gynäkologischen Praxis geplant.

    Wie lange eine Hormontherapie dauern darf

    Eine feste zeitliche Grenze sehen die aktuellen Leitlinien nicht vor. Empfohlen wird eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken, die regelmäßig, meist jährlich, überprüft wird. Alter, Vorerkrankungen, Beschwerden und persönliche Wünsche fließen in diese Entscheidung ein.

    Alternativen zur Hormontherapie

    Nicht jede Frau möchte oder darf Hormone nehmen. Für belastende Hitzewallungen gibt es auch hormonfreie Behandlungsmöglichkeiten, darunter bestimmte Medikamente und die kognitive Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit in Studien belegt ist. Was darüber hinaus im Alltag hilft, beschreibt der Beitrag Wechseljahre natürlich lindern.

    Woran du das Ende erkennst

    Die Menopause ist erreicht, wenn 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. Das Ende der Beschwerden zeigt sich daran, dass Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen seltener und schwächer werden und der Schlaf sich stabilisiert. Einen Bluttest, der das Ende der Wechseljahre verlässlich bestätigt, gibt es nicht.

    Viele Frauen wünschen sich einen klaren Moment, an dem die Wechseljahre offiziell vorbei sind. Den gibt es in dieser Form nicht. Es gibt allerdings Anhaltspunkte, die zusammen ein ziemlich klares Bild ergeben.

    Zeichen 1

    12 Monate ohne Blutung

    Ohne hormonelle Verhütung ist das der verlässlichste Hinweis, dass die Menopause erreicht ist.

    Zeichen 2

    Seltenere Hitzewallungen

    Episoden werden seltener, kürzer und schwächer, oft über einen Zeitraum von Monaten.

    Zeichen 3

    Ruhigerer Schlaf

    Nächtliches Aufwachen durch Schwitzen lässt nach, der Schlaf wird wieder gleichmäßiger.

    Zeichen 4

    Stabilere Stimmung

    Die starken Schwankungen der Perimenopause lassen nach, wenn sich die Hormone einpendeln.

    Was Hormonwerte aussagen

    Bei Frauen über 45 mit typischen Beschwerden und entsprechenden Zyklusveränderungen empfehlen Leitlinien in der Regel keine Hormonmessung, weil sie nichts an der Einordnung ändert. In der Perimenopause schwanken die Werte so stark, dass ein einzelner Wert wenig Aussagekraft hat.

    Sinnvoll kann eine Messung bei Frauen unter 45 sein, bei unklaren Beschwerden oder wenn die Blutung als Orientierung fehlt, etwa nach einer Gebärmutterentfernung. Auch dann wird sie meist wiederholt und immer gemeinsam mit den Beschwerden bewertet.

    Wann zum Arzt

    Ein Termin ist sinnvoll, wenn Beschwerden den Alltag spürbar beeinträchtigen, egal wie lange sie schon bestehen. Zeitnah abklären lassen solltest du Blutungen nach der Menopause, sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen in der Übergangsphase, eine Menopause vor 45 Jahren und anhaltende Niedergeschlagenheit.

    Viele Frauen warten ab, weil sie hoffen, dass die Beschwerden bald vorbei sind. Nach den Daten der SWAN-Studie kann das bei frühem Beginn allerdings viele Jahre dauern. Es gibt keinen Grund, eine belastende Phase auszusitzen, wenn wirksame Behandlungen verfügbar sind.

    Diese Situationen bitte zeitnah abklären lassen

    • Jede Blutung nach der Menopause, also nach 12 Monaten ohne Regel, auch wenn sie schwach oder einmalig ist.
    • Sehr starke oder sehr lange Blutungen in der Übergangsphase, besonders mit Schwindel, Erschöpfung oder Blässe als mögliche Zeichen einer Blutarmut.
    • Blutungen zwischen den Zyklen oder nach dem Geschlechtsverkehr.
    • Ausbleibende Blutungen vor dem 45. Lebensjahr, besonders vor dem 40.
    • Niedergeschlagenheit über mehr als 2 Wochen, mit Freudlosigkeit, Rückzug oder Hoffnungslosigkeit.
    • Hitzewallungen, die nach Jahren ohne Beschwerden neu auftreten, oder die von Fieber, Gewichtsverlust oder Herzrasen begleitet werden.

    Erste Anlaufstelle ist die gynäkologische Praxis. Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

    So bereitest du den Termin vor

    Ein vorbereitetes Gespräch spart Zeit und führt schneller zu einer passenden Lösung. Sinnvoll sind 4 Punkte.

    1. Ein Blutungskalender der letzten Monate mit Datum und Stärke jeder Blutung. 2. Eine kurze Liste der Beschwerden mit Häufigkeit und Stärke, etwa wie oft pro Tag und Nacht Hitzewallungen auftreten. 3. Eine vollständige Liste aller Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. 4. Angaben zu Vorerkrankungen in der Familie, besonders zu Brustkrebs, Thrombosen, Herzinfarkt und Osteoporose, weil sie für die Wahl der Behandlung wichtig sind.


    Häufige Fragen

    Wie lange dauern die Wechseljahre insgesamt?

    Vom ersten Anzeichen bis zum Abklingen der meisten Beschwerden dauern die Wechseljahre meist 10 bis 15 Jahre. Die Phase mit den stärksten Hormonschwankungen, die Perimenopause, dauert im Durchschnitt knapp 4 Jahre. Die Spanne ist groß, und der individuelle Verlauf kann deutlich kürzer oder länger sein.

    Wie lange dauert die Perimenopause?

    Im Durchschnitt knapp 4 Jahre, gemessen vom Beginn der Zyklusunregelmäßigkeiten bis zur letzten Blutung. Die Spanne reicht von wenigen Monaten bis zu 8 Jahren oder mehr. Die späte Übergangsphase mit Blutungsabständen von 60 Tagen oder mehr dauert typischerweise 1 bis 3 Jahre.

    Wie lange dauert die Menopause?

    Die Menopause ist ein Zeitpunkt: die letzte Regelblutung. Sie lässt sich erst rückblickend bestimmen, wenn danach 12 Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. In Deutschland liegt das durchschnittliche Alter bei etwa 51 Jahren, bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren.

    Wie lange halten Hitzewallungen an?

    In der US-amerikanischen Langzeitstudie SWAN hielten häufige Hitzewallungen im Median 7,4 Jahre an und nach der letzten Blutung noch 4,5 Jahre. Setzten sie vor oder zu Beginn der Übergangsphase ein, dauerten sie im Median über 11,8 Jahre. Setzten sie erst nach der Menopause ein, waren es im Median 3,4 Jahre.

    Wann sind die Wechseljahre vorbei?

    Die Menopause ist erreicht, wenn 12 Monate lang keine Blutung aufgetreten ist. Die Beschwerden klingen bei vielen Frauen in den ersten Jahren danach ab, erkennbar an selteneren und schwächeren Hitzewallungen und ruhigerem Schlaf. Einen Bluttest, der das Ende der Wechseljahre verlässlich bestätigt, gibt es nicht.

    Welche Beschwerden gehen nicht von selbst weg?

    Scheidentrockenheit und Beschwerden der Harnwege, zusammengefasst als urogenitales Menopausensyndrom, beginnen oft erst in der Postmenopause und nehmen ohne Behandlung eher zu. Etwa die Hälfte der Frauen nach der Menopause ist betroffen. Es gibt wirksame, gut verträgliche Behandlungen, darunter lokal angewendete Präparate mit sehr geringer Hormonmenge.

    Was verlängert die Wechseljahre?

    Ein früher Beginn der Hitzewallungen ist der stärkste Einzelfaktor für eine lange Dauer. Außerdem gehen Rauchen, ein höheres Körpergewicht sowie Stress, Ängstlichkeit und depressive Beschwerden mit häufigeren oder länger anhaltenden Hitzewallungen einher. Das Menopausenalter selbst ist zu einem großen Teil erblich.

    Verlängert eine Hormontherapie die Wechseljahre?

    Eine Hormontherapie verändert den natürlichen Zeitplan der Eierstöcke nicht. Sie lindert die Beschwerden, solange sie eingenommen wird. Wird sie beendet, während die natürliche Neigung zu Hitzewallungen noch besteht, können diese zurückkommen, weil sie zuvor überdeckt waren. Eine feste zeitliche Grenze für die Therapie sehen die Leitlinien nicht vor.

    Können die Wechseljahre auch nur 1 oder 2 Jahre dauern?

    Ja. Bei manchen Frauen endet die Blutung fast ohne längere unregelmäßige Phase, und Hitzewallungen bleiben aus oder sind nach kurzer Zeit vorbei. Das liegt im normalen Spektrum. In der SWAN-Studie war die Dauer der Hitzewallungen deutlich kürzer, wenn sie erst nach der Menopause einsetzten.

    Kann man mit 60 noch Hitzewallungen haben?

    Ja, bei einem Teil der Frauen halten Hitzewallungen bis über das 60. Lebensjahr hinaus an. Das ist belastend, aber kein Zeichen einer Erkrankung. Treten Hitzewallungen allerdings nach Jahren ohne Beschwerden neu auf oder kommen Fieber, Gewichtsverlust oder Herzrasen hinzu, sollten andere Ursachen ärztlich abgeklärt werden.

    Wie lange muss ich in den Wechseljahren verhüten?

    Solange noch Blutungen auftreten, ist eine Schwangerschaft möglich. Häufig wird empfohlen, ab 50 Jahren bis 1 Jahr nach der letzten Blutung zu verhüten und vor 50 Jahren bis 2 Jahre danach. Unter hormoneller Verhütung lässt sich der natürliche Zyklus nicht beobachten, deshalb gehört die Entscheidung in die gynäkologische Praxis.

    Wann sollte ich zum Arzt gehen?

    Immer dann, wenn Beschwerden den Alltag spürbar beeinträchtigen, egal wie lange sie schon bestehen. Zeitnah abgeklärt gehören jede Blutung nach der Menopause, sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen in der Übergangsphase, ausbleibende Blutungen vor dem 45. Lebensjahr und Niedergeschlagenheit über mehr als 2 Wochen.


    Fazit

    Wie lange die Wechseljahre dauern, hängt davon ab, was gemeint ist. Der gesamte Übergang erstreckt sich meist über 10 bis 15 Jahre. Die unruhigste Phase, die Perimenopause, dauert im Schnitt knapp 4 Jahre. Die Menopause selbst ist nur ein Zeitpunkt, die letzte Blutung, im Schnitt mit etwa 51 Jahren.

    Für die meisten Frauen zählt vor allem die Dauer der Beschwerden. Hier liefert die SWAN-Studie die wichtigsten Zahlen: Häufige Hitzewallungen halten im Median rund 7 Jahre an, bei frühem Beginn oft über 10 Jahre, bei spätem Beginn eher 3 bis 4 Jahre. Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen und Konzentrationsprobleme bessern sich nach der Menopause häufig, während Scheidentrockenheit und Beschwerden der Harnwege ohne Behandlung eher zunehmen.

    Wer früh und stark betroffen ist, sollte sich deshalb eher auf einen längeren Zeitraum einstellen und nicht auf ein baldiges Ende warten. Es gibt wirksame Behandlungen mit und ohne Hormone. Ein vorbereitetes Gespräch in der gynäkologischen Praxis ist der beste Weg, die passende zu finden.

    Weiterlesen im rewake-Magazin

    Quellen und weiterführende Information

    1. Avis NE et al.: Duration of Menopausal Vasomotor Symptoms Over the Menopause Transition, Study of Women's Health Across the Nation, JAMA Internal Medicine, 2015.
    2. Harlow SD et al.: Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10 (STRAW+10), Menopause, 2012.
    3. McKinlay SM et al.: The normal menopause transition, Massachusetts Women's Health Study, Maturitas, 1992.
    4. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen.
    5. Greendale GA et al.: Effects of the menopause transition and hormone use on cognitive performance in midlife women, Neurology, 2009.
    6. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Informationen zu den Wechseljahren auf gesundheitsinformation.de.
    Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Zeiträume sind Durchschnittswerte und Mediane aus großen Studien, der individuelle Verlauf kann deutlich abweichen. Die dargestellten Informationen geben den Stand der medizinischen Diskussion wieder und stellen keine gesundheitsbezogenen Aussagen im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 dar. Jede Blutung nach der Menopause, sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen in der Übergangsphase sowie ausbleibende Blutungen vor dem 45. Lebensjahr gehören ärztlich abgeklärt. Entscheidungen über eine Hormontherapie oder hormonfreie Behandlungen gehören in die gynäkologische Praxis. Bei akuter seelischer Not ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar, außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117. Die Angaben zu Vitamin C sind nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012 zugelassene Angaben und beziehen sich auf die normale Nährstoffversorgung, nicht auf die Behandlung von Beschwerden. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Personen unter ärztlicher Behandlung, mit Vorerkrankungen oder mit hormonabhängigen Erkrankungen in der Vorgeschichte sollten die Einnahme vorab ärztlich besprechen. Rewake kommuniziert bewusst ohne Heilversprechen.